Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 13. Kriegsheft (26.1.1917)
- Date
- 1917-01-16
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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362 Der Jüdische Student denkenden Bundesbrüdern auf' dem K. J. V.-Tag fanden, bewies mir, daß die viel weniger tiefgehenden Wünsche der Jordania sachlich und bundesbrüderlich durchgefochten werden können. Es soll nicht verschwiegen werden, daß in den Berliner Korporationen offenbar in manchen Dingen andere Stimmungen vorherrschen, als wir in München gewohnt sind. Die gleiche Empfindung sprachen aber auch Bundesbrüder aus anderen nichtberliner Korporationen aus. Aber das sind doch keine wesentlichen Unterschiede! Wenn ein Münchener in eine der Berliner K. J. V.-Korporationen kommt, so wird er halt dort absorbiert. In Gottes Namen! Und kommt ein Berliner nach München, so wiid er, wie viele Beispiele lehren, mit Leib und Seele Jordane. Was schadet das? Er bleibt doch unter Bundesbrüdern! Und das war das Schönste am K. J. V.-Tag: alle fühlten sich als echte Bundesbrüder, und man hatte das Gefühl: wenn Du jetzt deine Anschauung aufgibst und die deines Bundesbruders annimmst, so bist du genau so gut wie vorher. Denn was der andere will, ist auch recht und gut! Er ist ja dein Bundesbruder! Jüdische Einkapselung Von Max Rosenzweig (V J. St. Hasmonaea, A. H.), z. Z. im Felde In dem Auszuge aus seinem Referate auf dem K. J. V.-Tag stellt Blumenfeld als dritte Forderung für die Konkretisierung des jüdischen Nationalismus das jüdische Gemeinschaftsleben auf. Nicht um gegen diese Forderung zu protestieren habe ich mich zur Niederschrift der folgenden Sätze entschlössen, sondern um auf die Grenze hinzuweisen, die meines Erachtens bei der Erfüllung dieser Forderung ebensowenig überschritten werden darf, wie sie bei ihrer Aufstellung hätte verschwiegen werden dürfen. Fast fürchte ich — wenn ich frühere persönliche Unterredungen mit dem Verfechter dieser Forderung zu Grunde legen darf —, daß dieses Schweigen nicht unabsichtlich ist, sondern seinen Grund darin hat, daß die von mir gewünschte Begrenzung schweigend abgelehnt werden sollte. Die Konkretisierung unseres Nationalismus ist ja nicht die einzige Verpflichtung, die uns das Bekenntnis zum Zionismus auferlegt. Ueber der Verinnerlichung darf nicht die Verbreitung unseres Programms vergessen werden. Versammlungen jeder Art, mögen sie in großem Rahmen erfolgen oder gegliedert nach irgend welchen Gruppierungen der Besucher, scheinen mir nicht das wirksamste Mittel zu sein. Zahlreichere und vor