Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 13. Kriegsheft (26.1.1917)
- Date
- 1917-01-16
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 34g Zionistwerdung geraubten anderen Inhalte neue vollwertige jüdische finden. Ich brauche hier nicht ausdrücklich hervorzuheben, daß wir auch in Bezug auf die jüdische Sprache zu einem gleichen Einfühlungsvermögen gelangen müssen wie in Bezug auf die hebräische. Man kann gegen die vorgeschlagene Zielsetzung einwenden, daß die Schwierigkeiten zu groß seien oder daß auch die Erreichung dieses Zieles uns die fehlende Befriedigung nicht gewähren kann. Das erste Bedenken verlohpt nicht vieler Worte. Wer die Notwendigkeit dieser Forderung einsieht, vnd aus Oiünden, die in menschlicher Schwäche zu suchen sind, sie ablthnt, hat das Recht verwirkt, für einen ernsihaften Zionisten angesehen zu werden. Hier soll es sich in dei Tat einmal zeigen, wer es ernst nimmt mit seinem Menschentum, und wem dagegen der Zionismus nicht mehr ist als ein Pa I arivmittel für das verloren gegangene seelische Gleichpewkht, wer ihn spielerisch mit möglichst revolutionär anmutenden Posen beireibt, sich in der Rolle des Idealisten gefallend. Wer aber einwendet, daß auch die Erreichung dieses Zieles uns niemals zu wirklich jüdischen, innerlich freien Menschen machen wird, dem erwidere ich, daß dieses B< denken durchaus nicht leicht von der Hand zu wei en ist, daß wir aber trotz alier Zweifel diesen ersten und letzten Versuch wagen müssen. Wenn wir aber trotz eifrigen Bemühens dtn Zusammenhang mit unserem Volke und seinem Geistesleben nicht derart wiedergewinnen können, daß wir zu einem inneren Glücksgefühl gelangen, so wäre das allerdings ein 7eichen, daß wir völlig entjudet sind, und uns Westjuden nicht mehr zj helfen ist. Dann müßten wir als letzte Mohik ner für die Zukunft des Volkes' alles von den Osijuden trw - tend und uns auf soziale und organisatorische Arbeit beschiä kend resignieren und den v Weg einer uneingeschränkten geisti n und kulturellen Assimilation gehen, gezwungen, vis-ä-vis d nen. Noch aber glauben wir, daß dieser erste und einzige ernsthafte Versuch Erfolg haben wird, noch glauben wir an unsere und unserer Kinder jüdische Zukunft. Die Zeit, wo wir geredet und uns an großen Worten berauscht haben, die Zeit der glanzvollen Luftschlösser muß nun dahin sein. Wir wissen, um was es. geht. Der Einsaiz ist nicht klein. Der Augenblick fordert ein starkes, zu Taten bereites Geschlecht, Wann werden wir das Heizlwort: „Wir sind heimgekehrt" in des Wortes tieister, von Herzl damals noch nicht geahnter Bedeutung an uns selbst zur Wahrheit werden lassen? — Zum Schluß noch drei«Bemerkungen, um jedem Mißverständnis vorzubeugen. Die erste betrifft unsere Stehung zur