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Der jüdische Student · 1917-01-16 · 13. Kriegsheft (26.1.1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
13. Kriegsheft (26.1.1917)
Date
1917-01-16
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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348 Der Jüdische Student hinaus, die Hirsch vielleicht auch hat stellen wollen, aber nicht klar genug formuliert und nicht entschieden genug betont hat: wir müssen den Zusammenhang wiedergewinnen mit dem jüdischen Volk und dem jüdischen Geist. Zu dem ersten Punkte brauche ich nicht viel zu sagen. D^r Krieg hat die Juden des Ostens in den Vordergrund unseres Interesses gerückt. Polen ist das Land d^r unbegrenzten jüdischen Möglichkeiten. Ein gewaltiges Feld liegt vor uns, für unsere zionistische Arbeit, aber auch ein gewaltiges Feld für die Neugestaltung unseres eigenen jüdischen Menschentums] Die Frage, ob der Ostjude in menschlicher Hinsicht mehr oder weniger wertvoll ist als der Westjude, soll hier nicht untersucht werden, denn sie ist völlig belanglos für unsere Sfeilung den Juden Polens gegenüber. Auf jeden Fall ist er der jüdischere, und nur vom Osten her können wir abstrakten Nationalisten, die wir uns nach mehr Judentum sehnen, neu belebende Kräfte erwarten. Zu den östlichen Juden in ein enges Verhältnis zu gelangen, wird unsere erste und wichtigste Aufgabe nach dem Kriege sein. Wir werden, wie wir bisher in Deutschland gewandert sind, nunmehr unsere Fahrten auch nach Galizien und Polen richten, wir werden innerhalb Deutschland uns mit ihnen zu gemeinsamer Arbeit verbinden. Der Gedanke des Settlement weist uns die Richtung. Und wer es irgendwie kann, wird mehrere Jahre in Polen zubringen. Er wird seinen Wohnsitz dorthin verlegen und seinem Beruf entsprechend dort wirken, den polnischen Juden zu Nutze, aber auch sich selbst: denn nur ein enges Gemeinschaftsleben mit unseren östlichen Brüdern wird uns zu ganzen Juden machen können. Und wie gewinnen wir den Zusammenhang mit dem jüdischen Geiste? Dazu bedarf es als formaler Voraussetzung einer gründlichen Kenntnis der hebräischen Sprache. Wir haben die Forderung, hebräisch zu lernen, schon oft genug vor dem Kriege gestellt, aber noch niemals mit so viel Ernsthaftigkeit, mit einer so entschiedenen Tendenz. Wir wollen die hebräische Sprache nicht nur deshalb lernen, weil es die heilige Sprache der Bibel ist, nicht nur deshalb, weil es die uns heilige Sprache dts zu neuem Leben erwachten jüdischen Volkes in Palästina ist, sondern vor allem, damit wir fähig werden, uns einzustellen in die jüdischen Zusammenhänge, damit wir vertraut werden mit dem Gedanken und dem Sehnen, dem geistigen Leben unseres Volkes. Erst wenn wir in der Lage sein werden, hebräische Zeitungen zu verstehen, hebräische Dichter zu begre.fen, werden wir den inneren Anschluß an unser Volk, den wir Westjuden seit einem Jahrhundert verloren haben, wiedererlangen, erst dann werden wir behaupten können, daß wir ein jüdisches Leben tühren, erst dann werden wir für die uns durch die

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