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Der jüdische Student · 1917-01-16 · 13. Kriegsheft (26.1.1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
13. Kriegsheft (26.1.1917)
Date
1917-01-16
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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344 Der Jüdische Student begreifen können. Palästina ist ihnen ein fernes, fremdes Land, hinten weit in. der Türkei", das ihnen als Judenland der Zukunft am Herzen liegt, für das sie aber Empfindungen persönlich gearteter Natur nicht aufbringen können. Sie hätten es, wenn herzl 1903 Uganda gefordert hätte, gegen Uganda eingetauscht und könnten sich noch heute sehr gut einen Zionismus ohne Palästina denken. Großzügige Befieiung der jüdischen Massen ist ihr Ziel. Ob das jüdische Leben im Judenland der Zukunft sich in den von Herzl in Alt-Neuland geschilderten Formen bewegt oder im Sinne Achad-Haams, ist ihnen gleichgültig. Es ist somit ein Irrtum der beiden Palästinaaufrufer, wenn sie den Standpunkt dieser Zionisten als kompromißlerhaft bezeichne!]. Für die um Zwirn gibt es ein Individualprobltm im Sinne der Jüngeren nicht. Sie sind fertige und keine ringenden Menschen, sie ringen nicht um ihr Judentum, um Oestaliung ihres jüdischen Lebens, da sie sich begnügen mit dem Judentum, das sie von Haus mitgebracht haben. Sie haben kein Verständnis für unsere Jugend, die das bisherige assimilatorische Leben als häßlich und halb empfindet und um jüdische Inhalte ringt. Die um Zwirn berufen sich gern auf Theodor Herzl,. der ja auch ein Sehnen nach jüdischer Einfühlung im Sinne der heutigen Jugend nicht kannte. Erich Cohn hat treffend auf dem K.J.V.-er-Tage dargestellt, daß denen, die sich ständig auf Theodor Herzl berufen, Herzl zu früh gestorben sei, ehe er die vielleicht bereits begonnene Entwicklung zu einem jüdischen Judentum durchgemacht hatte. Zwirn und seine Freunde haften sklavisch an dem unvollendeten Herzl, sie haben den Anschluß an die Entwicklung verpassen müssen, da eine Weltanschauung uns von ihnen trennt. Pelz und Zlccisti, um einige Bedeutende aus der alten Zeit zu nennen, haben den Anschluß gefunden, weil sJe ihn ihrer inneren Anlage gemäß finden mußien. Und auch unser großer toter Führer Theodor Herzl hätte den Anschluß an eine Jugend gefunden, der der Zionismus nicht eine lnteressenprovmz, sondern die Totalität ihres Weltbildes bedeutet, an eine Jugend, die restlos erfüllt ist von ihrem Judentum und sich leidenschaftlich sehnt nach neuem, ganzem jüdischen Leben. Für diese Jugend ist der Zionismus nicht nur ein großes, stolzes Ideal, sondern er ist der einzige Sinn ihres Lebens! Es ist das unbestreitbare Verdienst Blumenfelds und seines Kreises, der Auffassung im B.J.C. Bahn gebrochen zu haben, daß der Zionismus den ganzen lestlos hingegebenen Menschen fordere. In seinen von edelstem Pathos und tierer Moralität getragenen Reden hat er uns die Notwendigkeit einer Verinnerlichung unseres nationalen Lebens gepredigt, uns begreiflich

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