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Der jüdische Student · 1916-11-27 · 12. Kriegsheft (27.11.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
12. Kriegsheft (27.11.1916)
Date
1916-11-27
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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336 _ V Der Jüdische Student . .1 . . " . I :•:.< - ^Richtlinien für die Einheit ^der Stimmung abgeben, wie sie im- Kartell «herrschen soll. r "Diese Einheit der Stimmung ist schon deshalb ein Unding, weir die Meinungen der Gruppe, die hier bestimmend sein yvill, sich im ständigen Fluß befinden und ein Schritthalten nur für die möglich wäre, die sich bei ihnen befinden, und den Willen dazu haben, ihre Meinungen stets leiten zu lassen. Der Wunsch, unser „Jude-sein" begrifflich zu fassen, muß dazu führen, Formeln aufzustellen! Formeln, die stets ein Extrem ausdrücken müssen. So kommen Gegenüberstellungen zustande, wie wir sie auf der einen Seite bei Blumenfeld, auf der andern Seite bei Krojanker formuliert finden. Das Leben, wie wir es wirklich leben, als gute Juden leben können, bewegt sich nicht in extremis. Unser Leben läßt sich nicht in Formeln fassen, , und wenn man trotzdem versucht, es zu tun, so errichtet man da Scheidewände, wo sie nicht hingehören Qie Gemeinschaft aber, die dadurch geschaffen wird, ist sehr klein, denn wie die Erfahrung gezeigt hat, sind diejenigen, die noch vor wenigen Semestern zu den festesten Stützen der starrsten Korporationsorthodoxie gehörten, abgeschwenkt — ich kann viele Namen nennen — und werden den Weg fast aller Alten Herren gehen. Ein Wunder ist das nicht. Wenn Männer wie Blumenfeld das Produkt ihres jahrelangen Ringens um die geistige Erfassung ihres Menschseins und ihres Judeseins als geistigen Ausgangspunkt ein- und zweisemestrigen Füxen übermitteln, dann kann man es wohl für möglich halten, daß in Jahren einmal einer imstande sein wird, die überkommene Lehre als ein Endprodukt, als das Ergebnis einer langen Entwicklung zu bewerten. Die ■« übergroße Mehrzahl wird die Lehre einfach als ein Evangelium betrachten. Und viele, für die es eigentlich gar kein Evangelium ist, werden doch so tun, als ob es ihnen eines sei, und werden nicht wagen, dagegen frei aufzutreten und ihre Meinung, ihre andere Meinung zu sagen. Und dadurch wird der schwerste Schaden geschaffen. Eine geistige.Krüppelhaftigkeit wird herangebildet, die die Jungen hindert, aufzutreten gegen diejenigen, die die Einheit der Stimmung dirigieren wollen, weil sie glauben, vor einem überragenden Intellektualismus zu stehen, und weil sie fürchten, für „minder geistig" gehalten zu werden, wenn sie die Einheit der Stimmung zerstören, und an deren Stelle viele, aber eigene Meinungen setzen. Ich glaube, daß das anders werden muß, und daß es . anders 'wird. * Das K.J. V. darf nicht der Tummelplatz für theoretisierende Erörterungen werden, in denen sich mehr oder minder die ganze Kraft erschöpft. Von diesem Standpunkte aus bekämpfen wir -die ganze Palästina-Aufruf-Kontroverse. Wenn Freunde es für das Richtige halten, nach Palästina zu gehen, so freuen wir uns

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