Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Der'Jüdische Student 337 und* bewundern ihre* Kraft. Eine Heldengestalt wie Elia Goitein der eines Tages still von hier fortgegangen war, weiT er, es für richtig hielt, nach Palästina zu gehen, und der dann später auf dem Schlachtfeld wie ein Held gestorben ist* Wird durch sein lebendiges Beispiel für uns alle eine Quelle der Kraft. Aber wenn heute in einer Zeit/ in der an eine Uebersiedelung auf lange Zeit hinaus gar nicht zu denken ist, derartige Aufrufe innerhalb des Kartells erlassen werden, so müssen wir die Absicht einer programmatischen Festlegung darin erblicken, und dagegen Stellung nehmen. Denn wie die Dinge, die wir bekämpfen, heute liegen, müssen wir in der ganzen Aktion einen Ausfluß der einheitlichen Stimmung ansehen, wie sie im Kartell nach dem Wunsche der regierenden Gruppe herrschen soll. Wir können uns umso weniger stillschweigend fügen, als wir nicht der Meinung sind, daß sich unser Leben auf eine Formel bringen läßt. Wir sind einerseits Juden, anderseits lassen sich unsere Beziehungen zu Deutschland nicht erschöpfend in der Feststellung darstellen, daß wir in Deutschland leben. Ich glaube nicht, daß es recht ist, die Auseinandersetzungen über diesen Punkt im J. St. zu führen und bedauere, daß es von anderer Seite bisher geschehen ist. Aber ich glaube wenigstens andeuten zu müssen, wo der Trennungspunkt unserer Meinungen liegt. Es wird späteren mündlichen Diskussionen vorbehalten bleiben müssen, in diesem Punkte die beiderseitigen Meinungen klar gegenüber zu stellen. Die Forderungen, die wir heute aufzustellen haben, sind folgende : Die Korporationen müssen ihre innere Selbständigkeit wieder bekommen. Ihre Aufgabe ist es, selbständige freie Menschen heranzuziehen, die imstande sind, den Kampf für das Judentum zu führen. Voraussetzung für die Zugehörigkeit zu dem Kartell ist die Anerkennung, des Mihdestprogramms. Jede Bevormundung ist aufs, strengste abzuweisen. Es ist nicht Aufgabe der Korporation, im politischen Streit handelnd aufzutreten. Dies ist Sache der Alten Herren. Das Präsidium ist eine reine Verwaltungsinstitution. Die Rechte einer Behörde, die es sich im Laufe der Zeit zu verschaffen gewußt, hat, kommen ihm nicht zu. Die Prätention einer kleinen Gruppe radikal Gesinnter, ihre -Meinungen als einzig mögliche hinzustellen, um ein guter K.J.V.-er sein zu können, muß aufs schärfste zurückgewiesen werden. Es muß möglich sein, diesen Forderungen, die ich in groben Umrissen angegeben habe, Geltung zu verschaffen. Wir lehnen •es ab, Resolutionen oder Aehnliches vorzubringen, sondern wir .kündigen nur an, daß wir in diesem Sinne arbeiten werden, um •den nächsten Kartelltag zur Stellungnahme zu veranlassen.