Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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328 Der Jüdische Student Hechaluz-Bewegung muß die deutschen Zionisten ebenso, ergreifen wie die amerikanischen und die östlichen " Zionisten. Das Abwarten bis für jeden Bundesbruder ein Amt oder die Garantie für ein gutes Auskommen gegeben sind, während andere Zionisten unbedingt hingehen, ist um so blamabler, als gleichzeitig im K. J. V. die. Idee Beifall findet, daß die K. J. V.-er1 zu Führern des Judentums erzogen werden sollen. Der Aufruf von Preuß und JBerthold Cohn will in der Ausnutzung eines scheinbar günstigen Moments zur einmaligen krampfhaften Anstrengung machen, was das sichere Wollen des ganzen Lebens sein muß. Deshalb ist er zu mißbilligen. Wie gut wir uns auch entwickeln werden, nicht alle Bundesbrüder werden nach Palästina ihren, Wohnsitz verlegen können (Manche werden wieder zurückkehren, weil sie zu dem ihnen geistig ebenbürtigen, durch leidenschaftliche Liebe zum Volke, durch .Selbstlosigkeit und Opfersinn überlegenen russischen Juden keine Beziehungen haben finden können.) Was wird aus den Zionisten außerhalb Zions? — — Die Gegner der allgemeinen Forderung der Uebersiedlung müssen wenigstens an ein zionistisches Leben in der Diaspora glauben. Merkwürdigerweise leugnen gerade sie die Möglichkeit eines inhaltsvollen Galuthzionismus. Für ihren Zionismus reicht unbegreiflicherweise die Feststellung der Unmöglichkeit eines vollen jüdischen Lebens in Palästina und in Deutschland aus. Jedix Versuch der Umformung des jüdischen Menschen in Deutschland wird als kulturlos, bildungslos oder trollhaft empfunden. Die Erkenntnis,,wie deutsch wir sind, wird Gegenstand liebevollster Sorge — als ob es der Gefahr zu begegnen gelte, in der unser Deutschtum und nicht unser Judentum schwebt. Die klare, nüchterne Erkenntnis unserer menschlichen Mischung und die Würdigung aller vorhandenen Elemente wird in den Vordergrund gerückt. — Zionismus ist Bewegung, nicht Sein Wir sind Zionisten, weil wir keine Nation sind und zur Nation werden wollen, weil Zion nicht besteht, sondern geschaffen wird durch die Intensivierung des Judentums. Zionismüs ist ein Intensivum. Das voluntaristische Element im Zionismus macht ihn zur lebendigen Macht in uns. Ist Galuth ewig wie Palästina ewig ist, dann würde ohne jüdische Intensivierung in der Diaspora ein immer palästinafremderes Judentum heran-