Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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314 Der Jüdische Student bald zeigte sich indes die Richtigkeit der Auffassung, daß kein fremder Einfluß stark genug sein könne, uns Herzen oder Geister zu entfremden, Das Präsidium hat es darum als seine vornehmste Aufgabe betrachtet, den Bundesbrüdern, die ihr Leben in, einer allzu fremden Umgebung verbringen müssen, ihre geistige Heimat so weit als irgend möglich zu erhalten. Die. Richtigkeit dieses Bestrebens ist äußerlich erwiesen durch den herzlichen Dank, der dem Präsidium wie den einzelnen 1 i Verbindungen für alle Bemühungen in dieser Beziehung von den Bundesbrüdern im Felde immer wieder^ dargebracht worden ist. Die Ueberzeugung, daß die Erhaltung des geistigen Lebens des Kartells unsere wichtigste Aufgabe sei, bestimmte unser Verhalten gegenüber den im Kartell vorhandenen S.trömungen^ Wir konnten nichts Besseres tun, als allen von zionistischem Geiste getragenen sachlichen Interessen freie Bahn zu lassen, wie überhaupt die uns beschäftigenden Probleme stets nur dann fruchtbar werden und zu einer Klärung gelangen können, wenn ihnen die volle Freiheit der Aussprache gewährt wird. Nichts wäre verkehrter und würde schneller zu einer Verarmung unseres Lebens führen, als wenn wir neue Forderungen, mögen sie manchem auch noch so weitgehend erscheinen, durch Unterdrückung tot machen wollten. Diese Bemerkungen gelten zunächst von der durch dem Aufruf der Bundesbrüder Berthold Cohn und Walter Preuss wachgerufenen Diskussion der Frage, was uns Palästina bedeute- und inwieweit es des deutschen Zionisten Pflicht sei, sein Leben * der Entwicklung des neuen Palästina zu widmen. Es ist nicht einzusehen, weshalb die Erörterung dieser zionistischen Grundfrage in unserm Kreise vermieden werden sollte. Wir glauben im Gegenteil, daß mit ihrer Behandlung sich das K.J.V. als die Stätte erweist, an der die geistigen Kämpfe *des deutschen. Zionismus am fruchtbarsten und eindringlichsten sich entfalten. So erkennen wir der Diskussion, die sich im J. St. entsponnen« hat, einen außerordentlichen erzieherischen Wert zu und freuen, uns, mit welchem Ernst und mit welcher Sachlichkeit sie geführt wird. In dieser Auffassung wissen wir uns einig mit den meisten K.J. V.-ern. Der Diskussion mjnß Zeit gelassen werden.. Entscheidungen einer autoritativen Instanz über die erörterten Probleme sind nicht denkbar. Ueberhaupt wird die Richtigkeit: