Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 12. Kriegsheft (27.11.1916)
- Date
- 1916-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 315 von Ideen nicht durch Beschlüsse festgestellt, sondern sie erweist sich ausschließlich dadurch, ob sie die Kraft haben sich durchzusetzen, oder nicht. Die Macht, mit der die Palästina-Debatte die Herfen der K.J. V.-er bewegt, läßt erkennen, daß der Zionismus in immer verstärktem Maße Lebensfrage unserer Bundesbrüder wird. Gegenüber diesen zionistischen Grundfragen tritt die Bedeutung der neuerdings aufgeworfenen Frage zurück, inwieweit das K. J. V., insbesondere mit Rücksicht auf die ihm aus den Blau- Weiß-Bünden zugehenden Füxe, seine korporativen Formen ändern müsse. Gegenüber der Ueberschätzung der Bedeutung «dieser Frage scheint es uns richtig, hier zu betonen, daß es sich dabei doch bestenfalls um eine, wenn auch zweifellos nach < psychologischen Gesichtspunkten zu behandelnde, organisatorische Aufgabe handelt. Unverständlich finden wir es, wie diese Frage für eine Anzahl Beteiligter derartige Dimensionen annehmen konnte, daß ihr zionistisches Interesse offenbar darin kulminiert. Wir können diese Uebertreibung nur der durch den Krieg geschaffenen, bedauerlichen, aber nicht zu vergütenden .Situation zuschreiben, daß das K.J. V. sein wahres Leben heute nicht entfalten kann und deshalb Bundesbrüder, die unsere Verbindungen von früher her noch nicht kennen, unbefriedigt läßt. Wenn, uns die Frage selbst, * nachdem, die .Diskussion eben eist begonnen, hat, auch noch keineswegs entsch$idungsreif. scheint, sei doch heute bereits folgendes .be^ *merkt.f< . , ,t .. . * V^ir. sind weit davon entfernt, in den korporativen Formen 'des K. J. V..? etwas Endgültiges . und ) Bleibendes zu. erblicken. Diese f or»men,..die wir von; der deutschen Studentenschaft übernommen Hnd)von jeher nach unseren, Bedürfnissenf umgestaltet und, mijt unserem Leben erfüllt iiaben, werden auch weiter siqhJedem Entwicklungsbedürfnis anpassen. Wenn eine neue Jugend, niach einer freieren Ausgestaltung der, kqrporativen Ver-> fassung verlangt, weil sie sich in der alten menschlich nicht friedigt fühlt, . 30 darf sie,, bei uns, auf liberalstes. Verständnis rechnen. Immerhin wird., map 'das Kartell sq lange nicht geneigt ifinden, das, bewähre " Bestehende zu beseitigen, % so lapge ihjn .nicht naqhweisliQh JBesseres, statt dessep gezeigt wird. Vorläufig erscheinen uns deshalb die Bedenken, die gegen eine radikale