Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 11. Kriegsheft (20.9.1916)
- Date
- 1916-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Der Jüdische Student lehnung derer hervorrufen, die gelernt haben,, in ernsten, Dingen*. traditioneller und konservativer zu denken.. .....v:\:. Wenn der K.J. V.-Tag denen im.: Feld' die Zuversicht und* das Vertrauen, gibt, daß im Kartell der alte Geist lebt, den neuen* \ Bundesbrüdern zum inneren Erlebnis wird,, wenn der K. J. V.- Tag die Wankenden stützt und die Starken anregt,, dann, schon* hat er genug Gutes vollbracht! Nach Palästina!: "■: ' x. 1 '; ''' Aisaucheiner von denen, die den Palästina-Aufruf der Bündäsbrüder Cohn und Preuß freudigst begrüßt haben, wiji ich einigesdazu bemerken. Ich glaube, darum noch etwas Neues sagen zu können, weil ich, im Gegensatz zu den bisherigen Schreibern < nicht in Berlin ansässig, mehr Distanz zu allen Personen und, den meisten Dingen habe. Ich kenne weder Cohn und Preuß,, noch hatte ich Gelegenheit, die „neueste Entwicklung" zu beobachten, die Bbr. Krojanker in seinem Artikel geißelt, Iüh weiß* daher auch nicht, inwieweit der Aufruf einer momentanen Stimmung oder Mißstimmung seinen Ursprung verdankt, noch ob er für irgendeinen Kreis jüngerer Bundesbrüder irgendwie „typisch" ist. Aber das eine weiß ich: daß der Zionismus als radikale Forderung immer der gleiche bleibt. Der Zionismus ist einepersönliche Revolution, oder sollte es wenigstens sein. Er verlangt unsere Einstellung auf Palästina, ganz gleich ob wir hingehen wollen oder nicht. Das hat mit „Palästina-Dressur" nichts zu tun, sondern ist ein notwendiger innerer Vorgang. Man braucht Nawratzkis Buch nicht nur nicht „von hinten auswendig zu können," sondern es überhaupt noch nicht gelesen zu haben;, ja man kann in Geographie, Topographie usw. Palästinas ein absoluter Ignorant sein, und kann doch das Land lieben als das. Land unserer Väter, unserer Brüder und unserer Enkel. Dieses Palästinabewußtsein irgendwie eindämmen zu wollen, wäre .ein* ganz schwerer Fehlei. Im Gegenteil: für viele, sehr viele ist Palästina noch heute ein leerer Begriff. Seien wir doch ehrlich:, der Palästina-Gedanke ist das einzige, was uns wirklich und tatsächlich von den andern unterscheidet. Allerdings können wir nicht alle hinübergehen, sogar nur ein sehr kleiner Teil hat diese Möglichkeit; aber jeder, der es nicht kann, soll sich doch, wenigstens eingestehen, daß er persönlich die letzte Forderung, des Zionismus nicht erfüllt hat. Er ergreift als Notbehelf,. als Ersatz für Palästina die Arbeit zu Hause. Aber wohin soll es führen, wenn man jetzt diese Arbeit selbst als Programm auK stellt, wie es Hirsch und Bileski tun? Gewiß ist die Arbeit