Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 11. Kriegsheft (20.9.1916)
- Date
- 1916-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der.. J.üdisclre- Student 283 schaffte, wo sich jeder Rat und Anregung holen kann. Ich glaube, daß in der Tat — falls die Polenfrage so gelöst wird, wie wir es wünschen —1 sich hier neue Ausblicke eröffnen, die belebend auf das Kartell wirken müssen. Die Ostjudenfrage ist das Gewissen des Zionisten, des K. J. V.-ers, ist der Prüfstein seines Herzens. Auch in der P a 1 ä s t i n a f r a g e müssen wir ganz anders wie vor dem Kriege vorgehen. Trotz Krojanker und Bloch werden wir unsere Erziehung weiter auf Palästina richten oder mit anderen Worten: zionistisch gestalten müssen; aber mehr als bisher verlangen wir Unterstützung vom Präsidium, das auch hier die beratende und fördernde Stelle sein muß.! Doch ich will nicht auf Einzelheiten eingehen; nur will ich Dir noch berichten, was ich in den Tagen meines Lazarettaufenthaltes in Deutschland sonst noch Beachtenswertes erfahren »oder bemerkt habe: Fischers Artikel im J. St. kann ich nur beistimmen, wenigstens in den Hauptsachen, ohne seine Reformvorschläge zu billigen. Hier ist in der Tat Gefahr im Verzug und es gilt, sie abzuwenden. Wenn es wahr, ist — und ich habe das gehört —, daß K. J. V.-er, die Führer im Blau- Weiß sind, den J u n g e n s abraten von dem K. J. V., sie davor warnen, wenn sie ihnen Bilder vom Alkoholismus und dem Studentenkram malen t wenn das wahr ist, so wird hier der K.J.V.-Tag •eingreifen müssen. Ich weiß, viele, die leider infolge des Krieges nicht die richtige Korporationserziehung genossen haben, sondern „schnell ausgebildet" an leitende Stellen kamen, begreifen nicht, um was es sich handelt. Abgesehen davon, daß es verfehlt wäre, in dieser Hinsicht auf dem K.J. V.-Tag zu reformieren, meine ich . mit Fischer, daß wir bisher nichts Besseres haben. Ein Vorschlags wie der der „Blau-Weiß-Verbindung" verkennt eben das Problem der Korporationserziehung, die einheitlich sein muß. Die Korporation ist keine Freischar die in tausendfacher Hinsicht anregen und fördern will. Doch ich kann Dir hier nicht über das Wesen unserer Erziehung ausführlich schreiben, es genügt zu wissen, daß wir eine zionistische Studentenverbindung sind und bleiben. Alle Versuche, an dem Bestehenden schon jetzt zu rütteln, müssen die Ab-