Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Der Jüdische Student mußte naturgemäß in der Keilarbeit bestehen. Sie wurde denn auch recht intensiv betrieben. Nicht vergebens. Unsere Arbeit war mit vollem Erfolg gekrönt. Bis jetzt haben wir drei Aktivmeldungen. Es wurden in den A. C. aufgenommen: stud. med. Josef Levy aus Altona, stud. med. Hermann Simon aus AUenkirchen, stud. ehem. Hans Adler aus Coblenz. Nun konnten wir ein Semester machen. Und wir haben ein richtiges gemacht, ein echtes „Bonner Sommersemester". Das Siebengebirge, Königswinter, Godesberg und Alfter haben trotz des Krieges ihren Reiz noch nicht verloren. Das haben unsere Füxe in diesem Semester erfahren. Fast jeden Sonntag griffen wir zum Wanderstabe und ergötzten uns in Qottes freier Natur, um dann gewöhnlich diese Wanderungen mit einer Bowle zu beschließen. Was wir unseren Füxen infoige Mangels au einer regelrechten Semesterbesetzung nicht geben konnten, das ersetzten ihnen diese Wanderungen, dank der tatkräftigen Unterstützung von einigen Cölnern Alten Herren — Bbr. Robert G i d i on möchte ich hier ganz besonders hervorheben — die sich regelmäßig daran beteiligten. Zu frischen, fröhlichen Jungens erzogen wir unsere Füxe, zu echten V.J.St.-ern und zu wahren Bundesbrüdern. Das Verhältnis, das hier zwischen uns wenigen Leuten herrscht, möchte ich, ohne Ueberhebung, geradezu ideal nennen. Nicht nur Bundesbrüder sind wir geworden, sondern auch Freunde. Auch die sonstige Erziehung der Füxe wurde nicht vernachlässigt. A.H. Arthur C a h n aus Cöln gab Tendenzfuxenstunden. In die Kommentfuxenstunden teilten sich verschiedene Bundesbrüder. A.H. Emil Cohn spreche ich hier herzlichen Dank aus für die schönen Freitag-Abende, die wir regelmäßig in seiner Familie verbringen durften. Mittwoch abend um 9 Uhr treffen wir uns jede Woche mit den zionistischen Bürgern Bonns im Cafe Gamgolf. Mit Bbr. Gerhard H o 1 d h e i m , derin Königswinter Krieg führte, waren wir öfters zusammen. Außerdem beteiligt sich Bbr. Abraham aus Siegburg ziemlich regelmäßig an unseren Veranstaltungen. Personalia: Bonner Alte Herren wurden Julius Simon und Arthur W e i n m a n n, Bonner Inaktive Max Hertz und Adolf Abraham. 15. Juli S a 11 i W e i ß Stammtisch Straßburg. Der im Sommersemester 1914 gegründete Stammtisch Straßburg hatte infolge des Kriegsausbruchs seinen Betrieb einstellen müssen. Zurzeit sind nun wieder einige Bundesbrüder hier: die A. H. Haußmann und Lewinsky, der inzwischen wieder an die Front gekommen, und die L a. B. Adler, Wolff, Zeckendorf und Schrameck. Trotzdem sich große Schwierigkeiten daraus ergeben, daß Straßburg Festung ist und die eingezogenen Bundesbrüder zu den mobilen Truppen gehören, beschlossen wir zweimal in der Woche zusammenzukommen. Unser Hauptzweck war die Keilarbeit. Es ist wichtig, daß wir nach Friedensschluß einen Stamm von Aktiven in Straßburg haben, wenn eine neue V.J.St. hier gegründet werden soll. Bisher nahmen wir in den A. C. auf: iur. Alfred Moser aus Straßburg-