Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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267 Der Jüdische Student Zionismus und die Arbeit für ihn hielt er für unsere wichtigste Aufgabe; und so kam es, daß er, der Lustigste und Fröhlichste auf Kneipen, dem es im Trinken kaum einer gleichtun konnte, der Beste und Stärkste im Fechten, einer der heftigsten Streiter für die mehr geistige gegen die übertrieben korporative Richtung im K. Z.V. wurde; daß er, der überzeugte K.Z.V.-er, sich zum Freund der Fusion durchkämpfte, als er den Vorteil für die uns allen gemeinsame Sache erkannte. Darin liegt seine Bedeutung für das alte K. Z. V. und uns, die wir ihm besonders nahe standen: daß er uns lehrte zu streiten und uns zeigte, wie wir die Idee mit unserer ganzen Persönlichkeit verschmelzen müssen. Soll man es wieder sagen, daß gerade diese begeisterten zionistischen Kämpfer, wie Fritz Loewenthal einer war, auch im Kampf für die Ehre des Vaterlandes an ihre Person so hohe Anforderungen stellten?, Fritz Loewenthals Verlust ist unersetzlich. Wer in Freundschaft so mit ihm verbunden war, wie ich, sein einziger Leibfux, um den er mit ganz besonders sorgender Liebe bemüht war, und alle anderen, die seinem Kreise nahe standen, sein Bruder John, der der Vertraute seines Herzens war und seine Ideen und Pläne mit Begeisterung aufnahm und verkündete, wird wissen, daß diese Lücke nicht ausgefüllt werden kann. Alle,, die das Loewenthalsche Haus und das Loewenthalsche Familienleben kannten, die patriarchalische Großmutter, die im Schmerz um den Enkel ihm nun im Tode gefolgt ist, den strahlenden Vater, die stolze Mutter, die echt jüdische Liebe und Herzlichkeit und Strenge mit ihren Kindern verband, haben teil an dem namenlosen Schmerz über diesen Verlust. Friedrich Loewenthal, den Freund und den Kämpfer, der uns nun schon ein Jahr entrissen ist, wollen, und werden wir nie vergessen! Emanuel Roer Fritz Baruch Fritz B a r u c h s Tod schmerzte mich tief. Nicht nur aus dem selbstverständlichen Orunde, weil ein einziger Sohn seiner Mutter entrissen und ein hoffnungsvoller Mensch vorzeitig gestorben ist, sondern vor allem, weil Fritz Baruch zu denen gehörte, bei denen man am wenigsten an den Tod auf dem Schlachtfelde gedacht hätte. Fritz Baruch war nicht