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Der jüdische Student · 1916-08-18 · 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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266 Der Jüdische Student verantwortlich sind, und ich glaube nach meinen Erfahrungen nicht, daß die gleichen Menschen mit anderen Erziehungsmethoden Besseres erreichen werden. Aber in dieser Frage ist ja noch nicht das letzte Wort gesprochen. Sie wird uns noch •des öfteren beschäftigen. Friedrich Loewenthal Zur Wiederkehr seines Todestages Nun ist schon ein Jahr verflossen seit jenem Mai 1915, an den wir stets nur mit Schrecken denken werden. Wo wir nur mit leisem Schaudern unser Tageblatt oder die Rundschau öffneten und fast täglich einen liebgewordenen Namen aus dem nächsten Kreis der Bundesbrüder, der Klubgenossen der Ivria oder aus dem Bar Kochba fanden, die dem mächtig und furchtbar einsetzenden Sommerfeldzug zum Opfer gefallen waren. Im Ringen um die Lorettohöhe ist damals Friedrich Loewenthal aus zahlreichen Wunden blutend gefallen. Von zwei früheren Verwundungen kaum notdürftig geheilt, war er zum dritten Male zu seinem Regiment an die Front gegangen. Nicht lange sollte es dauern, bis ein heldenhaftes Soldatenlos ihn erreichte. „Der starke Fritz", so hatten wir uns gewöhnt ihn zu nennen, und kaum je hat wohl ein Spitzname besser,*zu einem Bundesbrüder gepaßt. Stark an Körperkraft und Leibesfülle, stark als Fechter «und Trinker, stark aber vor allem an Wollen und Fühlen, in Begeisterung und Energie, stark im Lieben und Hassen. Ein starker Kämpfer für unsere junge jüdische Sache, ein gewaltiger Rufer im Streit, ein stiller Denker und fröhlicher Zecher, eine ganze, geschlossene Persönlichkeit. Nur wenige kannten eigentlich .ganz die still in ihm lodernde Flamme der Ueberzeugung den fast fanatischen Eifer für unsere Sache. Und manch einer war erstaunt, wenn aus dem stillen, wortkargen Menschen bisweilen in Konventsreden oder Diskussionen die aufgesammelte •Glut sich in gewaltigen, ernsten und überzeugenden Worten Luft machte. Dann feierte er Triumphe, dann glaubten wir an ihn und folgten ihm. Rücksichtslos hob er die Idee und den Kampf für die gemeinsame Sache über alles Persönliche und Aeußerliche, und wenn er kämpfte, kämpfte er wuchtig, mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit. Die Erziehung im

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