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Der jüdische Student · 1916-08-18 · 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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Der Jüdische Student 263 tätig werden, jedoch mit der Besonderheit, daß sie alle diese Arbeit als K. J.V.-er leisten, ihrer Verbindung für diese Arbeit verantwortlich sind und ihrer Kontrolle unterstehen. Einmal wöchentlich soll der Inaktive die Veranstaltung seiner Korporation besuchen, im übrigen ist er in der Auswahl seiner jüdischen Tätigkeit vollständig frei; die einmal gewählte Täiig keit muß er aber mit stärkstem Pflichtgefühl ausführen. Der Aktive hingegen gehört der Korporation, er bedarf auch der Unterweisung in den studentischen Formen, namentlich im Fechten,, auf das wir keineswegs verzichten wollen. Gesellige Veranstaltungen wie Kneipen und Wanderungen sollen jedoch zwanglos stattfinden; hier sollen sich nur die zusammenfinden, die daran Freude haben. Ob wir mit dieser veränderten Methode unserer jüdischen Ausbildung gleich beginnen oder erst nach dem Kriege, lasse ich dahingestellt. Letzten Endes kommt es nicht auf die Methode an, sondern auf die Menschen. Wenn wir wieder richtige Korporationen haben werden, in denen ein starkes jüdisches Leben, eine schwungvolle Stimmung herrscht, wenn wir wieder Persönlichkeiten haben werden, die als bewußte K.J.V.-er auf die Jugend zu wirken vermögen, dann werden wir wohl auch die Blau-Weiß-Jugend für uns gewinnen. Wenn es uns aber nicht gelingt, so müssen wir uns eben damit abfinden. Es gibt auch andere junge Menschen, die der Art der Beeinflussung des Blau-Weiß nicht zugänglich sind, und die wir trotzdem nicht als wertlos für uns bezeichnen dürfen. Wir können eben unser Ziel nur darauf richten, die akademische jüdische Jugend insoweit zu gewinnen, als sie für eine studentische Korporation mit denjenigen Anforderungen, die wir nun einmal an unsere Mitglieder stellen, geeignet ist. Wir können es nicht allen recht machen wollen und für die einen Verbindungen alten Stils, für die anderen Reformkorporationen, und für die dritten zwanglose Gruppen nach Art der Finkenschaft organisieren, bloß um die ganze jüdisch-nationale Studentenschaft umfassen zu können. Schließlich ist uns auch das K. J.V., so sehr wir sein zahlenmäßiges Wachsen erstreben, nur Mittel zum Zweck, nämlich zur Schaffung einer nationalen jüdischen Gemeinschaft. Und wenn sich außerhalb unseres Kartells andere Organisationen bilden, so müssen wir — voraus-

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