Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 261 eignete Lösung. Der Blau-Weiße kann das, was dem Wandern im Blau-Weiß seinen tiefsten Reiz verleiht, bei uns naturgemäß niemalsfinden. Für ebenso verfehlt halte ich den Vorschlag der Schaffung einer Blau-Weiß-Korporation innerhalb des K.J.V., die aus den« K.J.V.-ern, dte zugleich Blau-Weiße sind, bestehen soll. Es* hieße das, den Gegensatz in Form und Arbeitsmethode in dasr Kartell hineintragen, den Knoten fester knüpfen, anstatt ihn zu lösen. Theoretisch betrachtet wirkt sie dahin, den seelischen Konflikt, den der einzelne Blau-Weiße empfindet, wenn er den Uebergang ins K.J.V. vollziehen soll, zu einem dauernden zu gestalten. Aktive Blau-Weiß-Erziehung und passive K. J. V.-Erziehung lassen sich in einer Person nicht gleichzeitig vereinigen. Praktisch gesprochen werden die Angehörigen der Blau-Weiß- Korporation, wie die Erfahrung zeigt, schlechtere K. J.V.-er sein weil eben ihr ganzes Interesse, ihre Liebe dem Blau-Weiß gehört und sie nur ein gewisses Pflichtgefühl mit dem K.J.V. verbindet. Sie sind in Wahrheit nur Blau-Weiße mit BierzipfeL Die Blau-Weiß-Korporation ist nicht die von uns gesuchte Brücke zwischen K.J.V. und Blau-Weiß, sondern sie bedeutet die Loslösung der im Blau-Weiß tätigen Bundesbrüder von ihren Korporationen und vielleicht den ersten Schritt zu einer Absonderung vom K.J.V. Hierin liegt kein Vorwurf für den einzelnen. Man wird es keinem Bundesbruder verargen, wenn er sich im Blau-Weiß mehr mit dem Herzen dabei fühlt.. Aber man soll sich über seine Empfindungen klar werden: wenn durch die weitere Entwicklung eine Loslösung sich als notwendig erweisen, ein Wählen zwischen K. J. V. und Blau-Weiß erforderlich * sein sollte, so soll man diese Möglichkeit nicht vor sich und den andern vertuschen. Ich lehne meinerseits die Uebernahme der Arbeitsmethode und der Formen des Blau-Weiß für das K.J.V. ab. Wir neigen von jeher zu dem Fehler, jeder neuen Idee nachzulaufen, und* um ihretwillen unser ganzes Wesen umzukrempeln. Ich glaube vi elmehr, daß wir unsere korporative Form beibehalten müssen, nicht deshalb, weil wir sie nun schon einmal so lange haben, sondern weil es tatsächlich nicht Besseres gibt, was wir an ihre Stelle setzen können. Nur hinsichtlich der Methode