Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 257 behandeln, da . sie hier wohl gleichfalls nicht in Betracht kommt und uns in diesem Zusammenhang zu weit führen würde. 3. Wie sind die Aussichten, nach beendeter Lehrzeit auf einem Gute eine Anstellung mit gesichertem Lebensunterhalt zu gewinnen? Die Beantwortung dieser Frage ist in der ersten bereits •enthalten. K.J. V. und Blau-Weiß Von Dr. Wa 11 e r Fischer (V. J. St. Hasmonaea-Berlin A.H.) Bisher waren wir, die jüdische Studentenschaft, gewöhnt, uns als die jüdische Jugend zu bezeichnen. Und noch bis vor 'kurzem mit Recht. In den letzten Jahren aber hat der Blau- Weiß begonnen, auch die heranwachsende jüdische Schuljugend organisatorisch zu erfassen. Die Zahl der im Blau-Weiß wandernden Jungen und Mädchen hat heute das erste Tausend überschritten und seit dem ersten Blau-Weiß-Tag, der Pfingsten dieses Jahres in Lockwitz stattfand, darf man mit Fug und Recht vom Blau-Weiß als der neuen Jugendbewegung sprechen. "Von einer Jugendbewegung deshalb, weil es sich nicht mehr um Kinder handelt, die von Erwachsenen geführt und geleitet werden, sondern um junge Menschen, die die Probleme •der Jugenderziehung und ihres. Judeseins mehr oder minder scharf erfaßt haben und mit dem Radikalismus und Feuereifer «ier der Jugend wohl ansteht, ihre menschliche und jüdische Erziehung selbst zu vollenden trachten. So sind wir K.J.V.-er aus den Jüngsten in Israel plötzlich die Zweitjüngsten geworden. Wir, die stets die alte jüdische Generation wegen ihrer moralischen Hemmungen und logischen Fehler in der Beurteilung alles Jüdischen gescholten und bekämpft haben, müssen sehen, daß hinter uns eine Generation kommt, die auch uns schon mißtrauisch betrachtet; die, wenn sie auch unseres Geistes Kind ist, die Formen unseres Zusammenlebens als veraltet und überlebt empfindet. Diese Erscheinung verdient unsere allergrößte Beachtung. Bisher waren wir uns bewußt, dem jungen Fuxen, der von der Schule zu uns kam, durch die Geschlossenheit unseres Auftretens, durch die Sicherheit in der Behandlung studentischer Formen zu imponieren. Ja für viele, die zur Judenfrage aus