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Der jüdische Student · 1916-08-18 · 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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252 Der Jüdische Student Nationalfondsfarmen und landwirtschaftlichen Beirats des Palästina-Amts, über die Frage, welche Aussichten sich jungen» Juden aus Westeuropa bieten, die nach dem Kriege aus anderen? Berufen zu landwirtschaftlicher Tätigkeit in Palästina übergehen wollen. Die beiden Briefe folgen hier. A Inbezug auf Ihre Frage, ob junge Leute aus Deutschland1 nach Palästina gehen sollen, um sich dort einzurichten, und* wie sie sich inzwischen dazu vorbereiten sollen, meine ich, daß. eine Uebersiedlung kräftiger junger Leute, auch wenn sie landwirtschaftlich unerfahren und als Großstädter aufgewachsen sind,, sehr erwünscht ist. Es müssen allerdings junge Leute sein, die die schwersten Entbehrungen nicht scheuen und der palästinensischen Besiedlungsidee die größten Opfer zu bringen bereit sind. Sie müssen vor allem darauf gefaßt sein, Jahre hindurch als einfache Arbeiter dort sich betätigen zu müssen, wenn sie gar keine Geldmittel besitzen. Und wenn einzelne von ihnen über solche verfügen, so müssen sie gleichfalls, wenigstens während zwei oder drei Jahren, praktische Erfahrung durch das Arbeiten bei Kolonisten oder auf Farmen sammeln. Die beste Vorbereitung zur späteren selbständigen Betätigung in der Landwirtschaft wird von ihnen auf diese Weise erlangt werden. Auf keinen Fall soll ihnen angeraten werden, bevor sie längere Zeit praktiziert haben, irgendwelche landwirtschaftlichen Schulen oder Kurse zu besuchen. Die Praxis muß in der Landwirtschaft dem theoretischen Unterricht unbedingt vorangehen und nicht umgekehrt, wie man es bei uns so oft tut. Die Zeit bis zum Friedensschluß könnten die Jünglinge, die fest entschlossen sind, nach Palästina überzusiedeln und die nötige Ausdauer besitzen, um nicht bald Palästina zu verlassen, am besten auf die Weise ausnützen, daß sie als „Praktikanten'4 oder womöglich als Arbeiter in geeigneten Betrieben Aufnahme finden. Es empfiehlt sich, solchen Wirtschaften den Vorzug zu geben, in denen einzelne landwirtschaftliche Zweige, welchen für die nächste Zukunft eine ganz besondere Förderung in Palästina zuteil werden muß, stark entwickelt sind. Wenn man von Berlinaus eine sympathische Tätigkeit inbezug auf die Vorbereitung von jungen Leuten in dieser Richtung ausüben könnte, so müßte man darnach streben, ihnen dazu zu verhelfen, daß sie auf gut geleitete Güter mit überwiegender Milchwirtschaft hinkommen oder daß sie in Gegenden praktizieren, wo der Gemüsebau und. die Verarbeitung von Gemüse zu Konserven (wie tl B. in der Provinz Brandenburg) hoch entwickelt sind, oder daß sie evtl.. bei weltbekannten Firmen, die sich mit Samenbau abgeben (wie- Benary in Erfurt, Dippe in Quedlinburg usw.) praktische Beschäftigung finden.

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