Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 10. Kriegsheft 10 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 243 die Heiligkeit der jüdischen Ehe ist unerschüttert und unter den Juden Polens, auch unter den Aermsten, kann man das überall noch finden, was jene eifrigen Berichterstatter ja nur mehr dem Namen nach kennen: das jüdische Familienleben mit seinem alten Glanz und seiner alten Geschlossenheit. * . * Der Oeschäftsführende Ausschuß des K. C. hat in seiner am 21. April in Frankfurt a. M. stattgehabten Plenarsitzung die nachstehende Entschließung gefaßt, die den Verbandsbrüdern bei der Behandlung der Ostjudenfrage als Richtschnur dienen soll: 1. Jegliche Ausnahmevorschriften, durch welche die Oleichberechtigung der deutschen Juden beeinträchtigt werden könnte, sind abzulehnen. 2. Es ist für die bürgerlich-rechtliche Gleichstellung der Ostjuden in den Landesteilen, we'che zu den Zentralmächten kommen, oder auf deren Gestaltung die Zentralmächte Einfluß haben sollten, einzutreten. (Aus den K.C.-BIättern, Mai/Juni-Heft.) Nach Palästina VIII Krojankers und Blochs Artikel zur Palästinafrage machen aus mehreren Gründen eine entschiedene Zurückweisung notwendig. Es geht nicht an, daß über die ernsteste Frage der zionistischen Gegenwart mit feuilletonistischer Sicherheit hinweggeschrieben wird und daß den mehr negativen Krojanker ein positiver Bloch ergänzt, vor dessen runder Fertigkeit jedes Ringen . um ein jüdischeres Judentum als überflüssige Problematik erscheint. Wenn wir wirklich nur eine allgemeine menschliche Vollendung erstreben müßten, um die Erneuerung unseres Volkes vorzubereiten, dann wäre ja alles in bester Ordnung, das Jüdische fiele .sozusagen automatisch als Reingewinn ab, und unverständlich bliebe nur, worin sich denn solcher Zionismus von dem Ideal irgend eines K. C.-ers unterscheidet. Mit der Palästinafrage, wie sie der Aufruf versteht, hat diese Entgegnung freilich erst recht mittelbar zu tun: Der Aufruf setzt voraus, daß auch der seßhafteste Zionist das Golus als ,einen Zwischenzustand empfindet, in dem man sich nur gezwungen häuslich einrichtet. Aber obgleich wir nicht glaubten, daß nach zwanzig Jahren zionistischen Lebens noch eine nachgeborene Generation diese Voraussetzung antasten könne, wird doch gerade sie von jenen beiden Verfassern, also zwei jüngeren Bundesbrüdern, aufs schärfste bestritten. Ihre Gründe müssen daher von neuem widerlegt werden, damit eine weniger sichere Jugend sich weder durch die Schnellmalerei des Einen noch durch den Kulturzauber des Andern in ihrem bessern Instinkt beirren läßt. Es ist nämlich gär nicht wahr, daß diese Jugend sich so positiv und ganz gebärdet wie Krojanker uns das glauben machen will. Seine Methode, sich den denkbar dümmsten Ver-