Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
- Date
- 1916-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 223 ein Verzeichnis der Teilnehmer mit Angabe, wie weit der betreffende im Lehrbuch vorgerückt ist, und ermöglicht es so, daß Bundesbrüder untereinander in hebräische Korrespondenz treten. Um zu verhindern, daß nun zwei beim Briefwechsel ins Kauderwelschen kommen, können diese Briefe an den Berliner Sachverständigen gerichtet und von ihm, korrigiert, dem Adressaten zugestellt werden. Hebräisch ist das Alpha und Omega jedes Palästinensismus. Sind wir im Felde zionistisch kaltgestellt, hier können wir die Zeit fruchtbar für uns gestalten. Sollte der Friede die schöne Organisation umwerfen, nun — wir wollen's ertragen. Mit bundesbrüderlichem Gruß Kurt Rosenthal Anm. d. Red. Bbr. stud. phil. A. Horodisch, Berlin-Wilmersdorf,. Zähringer Str. 18, erklärt sich bereit, als Sachverständiger im Sinne des Aufrufs zu fungieren. Pessach in Baranowitschi ('; ' Am Erew Pessach etwa gegen Mittag hatte es sich schon herausgestellt, wer von den Bundesbrüdern in Baranowitschi anwesend war; die, welche sich noch nicht gesehen hatten, hatten doch schon von einander gehört. Nachdem ein jeder noch den Nachmittag benutzt hatte, um sich auszuruhen und für den Abend vorzubereiten, ging man um 7 Uhr zu Maarib in den Tempel, wo sich der Kreis der Bundesbrüder wieder erweiterte. Aus dem Munde von 700 jüdischen Kriegern erscholl unser Gebet, erschollen die Jubellieder des Festes, das die Befreiungstat unserer Väter feiert. Nach dem Gottesdienst meldete der Offizierstellvertreter Biram (ein Bruder von A. H. Arthur Biram) dem Feidrabbiner Dr. Arthur Levy: „Die jüdischen Mannschaften, 700 Mann mit Korporalschaftsführer und Feldwebel zum Seder angetreten." Und auf den Befehl „Ohne Tritt marsch!" marschierte dieses Bataillon jüdischer Soldaten zum Theater, wo die jüdische Gemeinde in Baranowitschi mit einer rührenden Liebe und Aufmerksamkeit einen herrlichen Seder hergerichtet hatte, an dem auch nicht das geringste fehlte. Die Sorgfalt und Bereitwilligkeit, mit der die Baranowitscher Juden für uns sorgten, gaben uns endlich wieder das Empfinden, daß wir unter Brüdern waren, und manche böse Erfahrung und Enttäuschung, die wir unter den Juden Polens erlebt hatten, vergaßen wir in diesen Stunden. Es . ist nicht die Erfahrung eines einzelnen sondern