Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
- Date
- 1916-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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222 ' Der Jüdische Student Und wie dankbar wa.rger.ffli? jede Freundschaft, jede Bundesbrüderlichkeit. Daß man ihn in Anspruch; nahm zu jeder Zeit, das.sfand er in der Ordnung; was man ihm gab, empfand er a!§ besonderes Geschenk. * , h .:r j Was der Krieg aus ihm gemacht, das weiß ich nicht. Seine letzte Nachricht an mich ist schon sehr alt. Vielleicht ist er — wie so viele — innerlich zusammengebrochen unter der Wucht der Verhältnisse, vielleicht ist er hartgeworden undt rauh, ehe ihn , das tödliche Blei traf., r Doch wie's auch sei: vor mir stehst Du, Karl Steinitz, als der liebe, herzliche Kamerad und ich kann's nicht glauben, daß ich, wenn ich heimkehren sollte, Dich nicht wieder sehen, Deine Hand nicht schütteln soll, Doch mochte auch der Kriegswagen unter seinen Rädern Dich zermalmen, uns bist Du nicht tot, uns lebst Du fort, Du lieber, froher Karl, und wirst Du fortleben, , solange noch einer von uns, die wir Dich liebten, atmet. Kurt Rosenthal A ufTU f Die Ueberschrift wird dem Artikel genügend Beachtung sichern. Aufgerufen wird nicht zur sofortigen Uebersiedlung nach Palästina, sondern, wenn man will, zu der ersten der von Fabian dazu geforderten Voraussetzungen: zur Erlernung der hebräischen Sprache.! < < ■i- Viele;von uns haben jetzt ,im Kriege entsetzlich viel Zeit, viele können sich mit leichter Mühe die Zeit erübrigen. Nun gibt es das von Fabian angedeutete Lehrbuch: M. Rath, Sfath Amenu. Ich benutze es selbst, bin bereits bis Lektion XXX gediehen, und es erscheint mir vorzüglich. Das Studium macht .Spaß, .. ' - . :• ■ 'i'' *' Doch ich habe bedauerlicherweise niemanden, mit dem ich sprechen könnte. Nun mache ich folgenden Vorschlag: jeder, der bei ehrlichem Bemühen die Zeit erübrigen kann, läßt sich das Buch kommen (es ist recht handlich) und arbeitet danach. Das Präsidium bestellt in Berlin einen Bundesbruder, der gut hebräisch spricht, und der muß die. im Anfang sicherlich nicht sehr geistreichen Ergüsse unserer hebräischen Feldpostbriefe über sieh ergehen lassen, die er korrigiert zurücksendet. Das Präsidium versendet an alle, die sich dem Zirkel anschließen,