Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
- Date
- 1916-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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216 Der Jüdische Student Kreis zwängen zu wollen, ist schädlich für sie und die Gesamtheit. Wirklich finden denn auch eine Menge von Unzuträglichkeiten und unfruchtbaren Streitigkeiten innerhalb unserer Verbindungen, ebenso wie die Tatsache, daß uns viele Alte Herren später vollständig verloren gehen, hierin ihre Erklärung. Da wir aber aus mannigfachen Gründen die Form der Verbindung auch weiterhin beibehalten müssen, so ergibt sich die Forderung: es ist wünschenswert, daß die Einzelverbindung weitgehendstes Eigenleben hat, und daß sie sich möglichst aus einer homogenen Gesellschaft zusammensetzt. Diese Forderung bildet an sich nichts Neues. Besonders in den Berliner Kartellverbindungen sind erhebliche Ansätze dazu schon in der Maccabaea und im Ruder-V. J. St. vorhanden. Aber selbst da müßte noch vieles in dieser Beziehung geändert werden. Schuld an diesen Uebelständen scheint mir nicht so sehr die Einzelverbindung zu sein, als vielmehr unsere mangelnde Exklusivität, die selbst wir in einem gewissen Maß beobachten müssen und die nicht richtig funktionierende Einrichtung des Ueberweisungsressorts. Es wäre zu verlangen: eine wesentliche Aenderung des Ueberweisungsressorts, genaueres Studium der Keilfüxe, * Freiheit in der Gründung neuer Kartellverbindungen. Ad 1 wäre zu sagen, daß in Konsequenz meiner Forderung ein willkürliches Ueberweisen von einer zur anderen V.J. St. nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, sondern daß wir zu der Institution zurückkehren müssen, die der K. C. und alle deutschen Verbindungen haben, nämlich, daß jeder Bundesbruder während seiner Aktivzeit möglichst in seiner Stammverbindung bleibt. Liegen zwingende Gründe für ihn vor, seine Verbindung zu wechseln, so tut er es auf die Gefahr hin, sich in dem neuen Kreise nicht wohl zu fühlen. Da wir jedoch in einigen süddeutschen Sommeruniversitäten fürs erste noch nicht mit einer ansässigen oder ständigen Aktivitas zu rechnen haben, die der Verbindung ihr Gepräge gibt, so bleibt dem Ueberweisungsressort als eigene Arbeit die Auswahl geeigneter Leute, die dorthin geschickt werden, um das Semester zu machen. Weiter hat es mehr als heute darauf zu achten, daß sonst so wenig als möglich Verschiebungen von Aktiven vorkommen. Den neu