Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
- Date
- 1916-06-20
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 215 beim Eintritt in diese Kartellverbindung unter Umständen ihren bisherigen Mitwanderern, die nicht Akademiker werden, entfremden müssen. Wenn wir es nun auch im allgemeinen nicht dulden, daß ein Aktiver in anderen Organisationen mitarbeitet, so könnte diese an sich durchaus berechtigte Forderung in diesem besonderen Falle ohne Schaden durchbrochen werden. Denn abgesehen von der Uebernahme der im K.J. V. eingeführten wissenschaftlichen Erziehungsprinzipien würde ja der Betrieb dieser neuen Kartellverbindung stark dem bisherigen Blau-Weiß- Betrieb ähneln und damit die Möglichkeit geboten sein, den inneren Zusammenhang der organisch ineinandergewachsenen Teile zu erhalten, zum Nutzen beider. Die Wichtigkeit der ganzen Frage für uns scheint mir klar genug, besonders wenn man berücksichtigt, daß bei der natürlichen Neigung des jüdischen und vor allem des der Wanderbewegung entstammenden Studenten zum Freistudententum dem K. J. V. leicht eine Menge wichtiger Leute verloren gehen könnte. Es handelt sich hier nur darum: wie lassen sich die praktischen und theoretischen Schwierigkeiten beseitigen, die die Aufnahme einer innerlich zusammengehörigen Gruppe in eine bis auf wenige Ausnahmen zufällig und nur numerisch geteilte Masse bietet? Es ist offenbar, daß die Aufgaben des Kartells mit der Zahl seiner Angehörigen wachsen. Wir dürfen annehmen, daß selbst die geistig divergierendsten Menschen unter dem Banner ihrer nationalen Anschauung in ein relativ enges Verhältnis gebracht werden können, dürfen dabei aber nicht verkennen, daß dieses gemeinschaftliche nationale* Band niemals eine derartig nahe Bundesbrüderlichkeit zu erzeugen in der Lage ist, wie sie für eine Verbindung wünschenswert ist und wie sie B.J. C. und K. Z. V. gehabt haben. Halten wir uns für berechtigt, jeden jüdischen Studenten an uns heranzuziehen, so müssen wir ihm die Gelegenheit geben, mit Leuten, die ihm innerlich besonders nahe stehen, in das engste Verhältnis gemeinsamer Bestrebungen zu treten, das wir „Bundesbrüderlichkeit", Blüher „Männerbünde" nennt, wenn wir nicht diese feinsten Zusammenhänge, die letzten Endes allein Erfolge garantieren, vernichten wollen. Solche Leute also durch Ueberweisen an * irgend eine Kartellverbindung in einen ihnen relativ fremden