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Der jüdische Student · 1916-06-20 · 9. Kriegsheft 9 (20.6.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
9. Kriegsheft 9 (20.6.1916)
Date
1916-06-20
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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208 Der Jüdische Student wissen, daß das Land auf lange eine erwähnenswerte Zahl von' Akademikern nicht aufnehmen kann. Und wer glaubt, daß eine solche Menge von Akademikern, wie sie für uns auch nur entfernt von Wert wäre, sich zu Bauern umbilden läßt, mit demkann ich nicht disputieren. (Das mögliche Gelingen bei dem einen oder andern bliebe doch nur ein ebenso interessantes wie belangloses Experiment.) Und nun lese man Bbr. Fabians Artikel. Der tut geradezu, als zöge er aus einer Jahrhunderte alten gesicherten Erfahrung nunmehr für die reifere Jugend in leicht faßlicher Form die Bilanz; mit dem Bakel in der Hand aus einem Buch, wo vorne ein Gockelhahn drauf ist. Viel Einsicht gehört dazu nicht, aber unglaublich viel Mut. Und die Frage ist eben, ob eine Mehrheit da ist, die solchen Mut aufbringt; die die Verantwortung tragen will, wenn Gescheiterte und Enttäuschte nach Jahren behaupten werden, daß man sie nicht gefestigt, sondern entwurzelt habe. Ich hoffe, es wird mir auf diese Frage niemand etwa mit dem Hinweis auf die. Orthodoxie antworten, die ja auch ihre Jugend in einem starren Schema erzöge, wenn sie auch wisse, daß von hundert neunzig auf der Strecke blieben — wie mir tatsächlich einer unserer Führer, der mit an hervorragendster Stelle im Zionismus steht,, geantwortet hat. (Wie behagt Euch die Chederluft?) Aber auch dann noch bliebe die weitere Frage, wer die Verantwortung vor der Bewegung übernehmen will, die zweifellos, eine größere Zahl von Enttäuschten und Mutlosen nicht wird* ertragen können. Ganz zu schweigen von den möglichen' Folgen eines auch für die Oeffentlichkeit sichtbaren Fehlschlagens einer Art von Bilu-Unternehmung, * Dies etwa hätte man gegenüber den Thesen an die andere Seite unserer Tore zu schlagen. i i ,; Gustav Krojanker Vll Lieber Krojanker! Gestatte, daß ich als Einleitung zu." diesem offenen Brief kurz die Geschichte unserer Korrespondenz resümiere. Du weißt, daß mich der berühmte Palästinaartikel — ich sage es offen — in helle Empörung versetzt hat. Es fällt mir gar nicht ein, wie es unbegreiflicherweise ernste erfahrene- Bundesbrüder tun, meine ablehnende Haltung mit demütiger Verbeugung vorzutragen; nur der Respekt vor jedem jugendlichen Enthusiasmus drängt die Worte bitteren Hohnes zurück,, die mir auf der Zunge schweben. Ich schrieb u. a. auch an Dich darüber, und im Verlauf der Korrespondenz stellte sich eine Uebereinstimmung heraus, die mir selbst wohl überraschend war. Zuletzt dachtest Du an eine gemeinsame Veröffentlichung;, nun schickst Du mir aber doch einen Artikel zu, der nur Dir

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