Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 5-6 (26.1.1916)
- Date
- 1916-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 117 indes von vornherein auf dem Platze zu sein, ließen wir in Frankfurt einen Stammtisch eröffnen. Unsere österreichische Kartellverbindung, die Kadimah in Wien, hatte ebenfalls vom Kriegsanfang an durch den Umfang der Einziehungen zum Militär einen schweren Stand. Sie vermochte einen eigentlichen Korporationsbetrieb nicht aufrecht zu erhalten. Desto mehr hat sie Wert darauf gelegt, die Beziehungen zu und zwischen ihren im Felde stehenden Mitgliedern zu pflegen. Wir kommen darauf unten des Näheren zu sprechen. Hier sei bezüglich der Kadimah noch folgendes bemerkt. Die Gründe, die seinerzeit das K. Z. V. veranlaßten, mit der Kadimah ein Kartellverhältnis einzugehen, gelten für das K. J. V. in vollem Umfange fort. Daß unser Kartell die Reichsgrenzen überschreitet, ist nur eine logische Folge des nationaljüdischen Gedankens. Eine Verbindung mit dem Judentum anderer Länder ist uns durchaus erwünscht; sie ist soweit ausführbar, als sie sich vereinigen läßt mit unserer korporativen Geschlossenheit und dem bundesbrüderlichen Zusammenhang, der vor allem durch die Möglichkeit der Ueberweisungen bedingt st. Mit Hilfe, der Kadimah in Oesterreich Fuß zu fassen, muß uns besonders deshalb erwünscht sein, weil die Organisierung der national-jüdischen Akademikerschaft Oesterreichs durchaus noch in der Entwicklung begriffen ist. So kann uns dort die Aufgabe erwachsen, den gleichstrebenden Organisationen mit unseren Erfahrungen zur Seite zu stehen. Dem Zionismus aber wäre mit einer solchen Vereinheitlichung seiner akademischen Anhängerschaft und der Vertiefung ihrer Erziehungsmethoden ein großer Dienst erwiesen. Wir benutzen deshalb die Gelegenheit zu der Feststellung, daß wir auf die Zugehörigkeit der Kadimah zum K.J. V.Wert legen; nach der Wiederkehr normaler Zustände wird der Pflege der Beziehungen zu ihr besondere Aufmerksamkeit zu schenken sein. Im zweiten Kriegssemester (Sommer 1915) änderten sich dieBestandsverhältnisse der V.J.St.-en insofern, als die andauernden Einziehungen zum Heere die Aufrechterhaltung des Korporationslebens immer mehr erschwerten. Umso mehr blieb es überalt bei der einmal erfolgten Zusammenlegung der Korporationen. In München trat infolge von Differenzen zwischen Jordania und Kadimah (s. unter II des Berichts) eine vorübergehende Unter*