Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 5-6 (26.1.1916)
- Date
- 1916-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Der ••ädisehe Student so auch hier das Vorbild Berlins maßgebend wirken werde.. Die Berliner Korporationen konstituierten sich als „K. J. V. Berlin4* und führten ein in allem Wesentlichen gemeinschaftliches Korporationsleben. Die Zusammenlegung hat sich bewährt. Zwar lief sie nicht ganz ohne Differenzen ab. Solche waren naturgemäß unver: meidbar. Indes würde man ihre Bedeutung überschätzen, wenn man ihnen tiefere sachliche Gegensätze zu Gründe legte. Sie sind nicht anders einzuschätzen als überhaupt die Reibungen, die in Korporationen ab und zu auftreten. Daß solche in Berlin niemals einen übermäßigen, den Bestand der Korporationen gefährdenden Umfang annehmen, dafür bürgt die Anwesenheit einer Anzahl am Korporationsleben interessierter und gleichzeitig doch über ihm stehender Alter Herren, sowie die des Präsidiums. Im ganzen muß das erste Semester des neuen Kartells in Berlin als ausgezeichnet [gelungen bezeichnet werden, und das Verdienst, trotz äußeren und inneren Schwierigkeiten diesen Erfolg erreicht zu haben, gebührt zu einem erheblichen Teil dem damaligen Ersten Chargierten, Fritz Löwenstein. Dem selbstverständlich berechtigten Wunsche, daß in dem gemeinsamen Korporationsleben die Tradition der einzelneu Ber- /iner VJ.St.-en nicht untergehe — denn für Berlin kann, aus praktischen wie aus traditionellen Gründen an eine dauernde Zusammenlegung der Verbindungen nicht gedacht werden —, wurde dadurch entsprochen, daß die verschiedenen Verbindungen sich einzelne Abende für eigene Veranstaltungen — Zusammenkünfte der Aktiven mit einander oder bei einem Alten Herrn — vorbehielten. Im ersten Kriegssemester gelang es, an sämtlichen Hochschulen, an denen das K. J. V. vertreten ist, den Korporation.*- betrieb aufrecht zu halten; in Freiburg und Heidelberg, die im Winter ohnedies häufig Not leiden, allerdings nur in bescheidenem Umfange. Von der Eröffnung einer V. J. S t. in Frankfurt a. M an der neuen Universität sahen wir mit Rücksicht auf die La^ ab. Weder wären wir imstande gewesen, die nötige Aktivenzak nach Frankfurt zu bringen, noch schien es möglich und zwecVmäßig, die anderen mit einer Neuaufmachung verbundenen Anwendungen — vor allem finanzieller Natur — zu leisten. Un~