Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 5-6 (26.1.1916)
- Date
- 1916-01-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Der Jüdische Student brechung der Arbeitsgemeinschaft ein. Gar nicht eröffnet wurden in diesem Semester die V.J.St.-en in Heidelberg und Freiburg. Eine besondere Aufgabe ergab sich für die V.J. St.-en aus der Notwendigkeit, die persönlichen Beziehungen zwischen den zum Heere eingezogenen Bundesbrüdern und ihrer Heimatkorporation aufrecht zu erhalten. Dem suchten die Verbindungen durch Versendung von Rundschreiben und Liebesgaben zu genügen. Ob in dieser Beziehung immer genug getan worden ist, mag dahingestellt bleiben. Lobend erwähnt werden müssen der R u d e r - V. J. S f., der in musterhafter Weise das Band, das seine Mitglieder mit einander verknüpft, zu erhalten verstanden hat, und ebenso die K a d i m a h in Wien, d. h. der einzige dort verbliebene Kadimahne, Bbr. A n t a I, der sich mit besonderem Fleiß und Eifer der Aufgabe unterzog, so wreit als möglich, d. h. vor allem durch Rundschreiben, den korporativen und persönlichen Zusammenhang der Kadimahner zu erhalten. Das gänzliche oder beinahe gänzliche Verschwinden einzelner Konvente machte es notwendig, auf andere Weise für die Erledigung dringender Konventsangelegenheiten — Personalia (Eintritte und Ausscheiden von Mitgliedern), finanzielle Maßnahmen — zu sorgen. Das Präsidium erachtete sich für befugt, in solchen Fällen die Entscheidung zu treffen. Eine besondere Regelung bedurfte die Finanzverwaltung einzelner V.J.St.-en. Der Rückgang an Einnahmen und andere Folgeerscheinungen des Krieges ließen die vielfach schon im Frieden vorhandenen Finanzschwierigkeiten zu bedrohlichem akuten Ausbruch kommen. Das Präsidium hat in diesen Fällen nicht nur mit Darlehen, sondern neuerdings vor allem auch durch die Einsetzung von Kassenpflegern geholfen, d. h. älteren, geschäftsgewandten Bundesbrüdern, die von Berlin aus die Kassenführung der Verbindungen überwachen und leiten. IL Das innere Leben des K. J. V. Daß das Präsidium seine vornehmste Aufgabe darin sah, die Fusion aus einem Beschluß zu einer Tatsache zu machen, lassen bereits die Ausführungen zu I erkennen. Diese Aufgabe scheint, soweit es die besonderen Verhältnisse zuließen, befriedigend gelöst. Insbesondere in den Kreisen der jüngeren Bundesbrüder, der Aktiven und größtenteils auch der Inaktiven,