Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 2 (9.7.1915)
- Date
- 1915-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3537599-3537715-3537717--3487-3541313- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
54 Der Jüdische Student Russischer Winter, Seuchenlazarett, Typhus: Dr. Artur Rosem&erg, ein lieber Verwandter stirbt. Aber Geburtstagsfeier, Spazierfahrt, Rossehuf, Wagenrad, und Erich Rosenkranz tot — es ist nicht zu fassen. Ärmer, alter Vafer! Wie gern wärst Du statt seiner ins Grab gestiegen! Wo ist da Trost, wo Sinn des Lebens? Rosenkranz' Tod Rosenkranz verunglückte am 18. April, seinem Cefa uittetag, auf dem Rückwege von einem Spaziergang, den er zusammen mit Bbr. Hans Bloch in die Umgebung von Metz gemacht hatte. Um rechtzeitig ins Lazarett zu gelangen, ließen beMe sich von einem vorüberfahrenden Militärkrümperwagen aufnehmen, in dem ein Bekannter saß. Der Kutscher wollte einem Lastwagen fiberholen und fuhr links vorbei; dabei wurde der Krümperwagen auf einen Steinhaufen am Wegrande gedrängt und fiel um. Rosenkranz geriet unter die Räder des Lasöwagens, die ihm über Kopf und Brust gingen. Die Verletznmg war sofort als Rippenbruch kenntlich. Rosenkranz wurde sofat in das Blandinenstift geschafft, dessen Chefarzt er war. Die Verletzung machte einen schweren Eindruck; Rosenkranz haltte viel unter Schmerzen und Atemnot zu leiden. Komplikationen von Seiten der Lunge blieben zu befürchten, auch bestand dauernd hohes Fieber; unmittelbare Lebensgefahr schien, ntdtt vorzuliegen. Am Dienstag, den 20., wurde Frau Dr. Rosenkranz benachrichtigt; sie traf am nächsten Tage ein und übernahm von da ab die Pflege. Am Dienstag, den 27., trat eine plötzliche Verschlimmerung ein; der bis dahin gute Puls wurde schlecht, asm Abend erfolgte Collaps und Tod. Die Obduktion ergab dm Bruch von fünf Rippen und einen ausgedehnten Hämothorax;. feiner einen schweren Herzfehler, der bereits bestanden hatte. Das Herz war daher der übergroßen Anstrengung erlegen. Die öeberführung der Leiche erfolgte am 30. April unter Beteiligung des gesamten Sanitätsoffizierkorps.