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Der jüdische Student · 1915-07-09 · Heft 2 (9.7.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 2 (9.7.1915)
Date
1915-07-09
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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Der Judische Student 49 hätten nicht genügt, seiner Persönlichkeit die natürliche,, präsidiale Würde zu verleihen, wenn aus ihnen nicht seine zionistische Begeisterung geflossen wäre, und wenn sich ihnen nicht seine reine, d. h. von Ehrgeiz freie, treueste, unpolitische Liebe zum B. J. C. gesellt hätte. Man lonn Rosenkranz das Beste nachsagen, was von einem deutschen Zionisten gerühmt werden darf: daß sein Nationaljudentum in seinem Charakter begründet war. Und die jungen V.J. St.-er liebten ihn, — gewiß auch, weil er ihnen ein Stück B. J. C-Vergangenheit darstellte —, aber besonders, weil er ihnen eine Verheißung für ihre eigene Manneszukunft bedeutete. Sie fühlten unbewußt,, daß Rosenkranz' Nationaljudentum unerschütterlich war, weil es nicht einer Aenderung seiner Ansichten, sondern nur einem Wandel seines unbeirrbaren Charakters hätte erliegen, können. Und Rosenkranz liebte den B. J. C. und die V. J. St.-er. Er sah im B. J. C. ein Stück jüdischer Geschichte, und daher führte er sein Amt mit dem Bewußtsein nicht geringer Verantwortlichkeit. Seiner Liebe zum B. J. C. brachte er das Opfer, sich- Jahr für Jahr mit der oft kleinlichen und ärgerlichen Arbeit des Präsidiums zu belasten, sich in unzähligen Sitzungen die Einzelheiten der Keilarbeit und die Nöte der Finanzen vortragen zu lassen, und um des B. J. C. willen konnte er auf Kartelltagen, bei geringfügigen Anlässen in leidenschaftliche Erregung geraten. Er überwand sich, die kleinsten Dinge ernst zu nehmen, von denen ein Mehr oder Weniger des V. J. St.-erwohls abhängen konnte, und er gehörte zu den wenigen Alten Herren, bei denen die jungen V. J. St.-er für ihre Alltagsfragen immer wieder Teilnahme und Verständnis fanden. Wer aber in einer persönlichen Angelegenheit zu ihm kam, erfuhr, daß dieser von Natur brüderlich und durch Erziehung korporativ empfindende Mann ein guter Bundesbruder war. Wie sein Haus, so stand sein Herz jedem offen, der die blau-weiß-gelbe Fahne in Ehren hielt.. Rosenkranz war der natürliche Präside des B. J. C, weil er,, der vielen menschlichen und jüdischen Idealen seines Bundes entsprach, etwas von der richterlichen Würde besaß, die dem ersten Mann einer, auf einem idealistischen Programm geeinten Gemeinschaft junger Menschen eignen muß. Weil es jeder- Bundesbruder als billig empfand, von Rosenkranz wegen seiner^

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