Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 2 (9.7.1915)
- Date
- 1915-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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38 Der Jüdische Student seinem Leben Dolmetsch und Repräsentant geworden. Er war durchdrömt von warmer, tiefer, persönlichster Menschlichkeit und er war voll seines Judentums. S& ist er das geworden, worum jüdische Seelen heute so bitter ringen, er war ganz. Gewiß weiß ich, daß auch ihm ein Sück schwermütigen Pessimismus im Blute lag, und manche Stuncfc der Zerrissenheit hat auch sein Leben vergällt, besonders da er sich durch äußere Hindernisse außer stand gesetzt glaubte, in seinem Berufe das zu leisten, was er seiner großen Begäfaing nach von sich erwarten durfte. Die letzten Jahre und [besonders seine Wirksamkeit jetzt im Kriege haben ihm auch in ärztlicher Beziehung viel Anerkennung gebracht, und so istt vielleicht der letzte Stachel gewichen, und froh hat er in guten Stunden von sich gesagt: jetzt sei er wirklich glücklich. Und ao ist es auch: wer sein Bild aus den letzten Jahren vor Augar hat, dem wird es als ein im Grunde harmonisches sich bieten Was an ihm an Trübsal gewesen, das war abgefallen. Entscheidend Ist für ihn da vor allem seine Ehe geworden. Was ihm noch an Harmonie fehlte, hat sie ihm gegeben. Es würfe Erich Rosenkranz' keuscher Art nicht entsprechen, wollten wir hier im offenen Rund der tiefen Weihe dieser Ehe gedörken. Die ganze Art, wie er allen äußerlichen Hindernissen zum Trotz, er, der Schwerfällige, da ihm das Glück nahte, sein Glüdt zu erfassen wußte, macht sein Bild noch sympathischer. Zu ssiner Gattin aber wenden sich in dieser Stunde unsere Ge&nken, zu ihr, die ja mehr verloren hat als wir alle, sie dariien ihr für das, was sie unserem Freunde gewesen ist, darrten ihr, daß sie beigetragen hat, unser Band mit Erich Rosenkram noch fester zu knüpfen. Geknüpft aber war dieses Band, und das wollen wir, die wir Abschied nehmen, als Bekenntnis und als Gelöbnis zugleich noch einmal aussprechen, geknüpft war dieses Band durch den unerschütterlichen, alles bezwingenden Glauben an den Sieg unserer Zukinftshoffnung. Alle die unter uns, denen ihr Zionismus mehr als die Erinnerung an ein wärmendes Jugendideal ist, die Rönnen nur einen Weg gehen, und den ist Erich Rosenkranz gewandelt: je älter er wurde, je fester er steh im Leben verwuizelte, desto stärker und lebengebietender wurde ihm die Uöterzeugung, daß auf uns, auf diesem Geschlecht die