Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1914-03-21 · Heft 10 (21.3.1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (21.3.1914)
Date
1914-03-21
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3537599-3537704-3537714--3159-3541268
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

348 Der Jüdische Student Urteil über das Volk der Juden und lach sich nicht ti-rch die dunklen Mythen verwirren, mit üm:;; GimiJ -nid rh.J der Fremden es umwoben hnh^n. Er o^sui L~:\_- ,n :k;i.u-:rn der Ehrfurchi: in den Sinken jenv'\ — ^m?~r- - <• -'-rcnd im jüdischen Stadtteil, in alten Bethäusern" inmitten ekstatisch gottversunkener Chassidim und vor der Westmauer des Tempels empfängt er ernste und ergreifetide Eindrücke, die ihn mit mythischer Empfänglichkeit erfüllen. Er sieht die klagenden Juden, wie einst der große Hohenstaufe Friedrich sie gesehen hat. Ihm zeigte man einen Mann dort an der Mauer, der täglich an derselben Stelle stand, immer in <.....lerselbe?i Weise seinen Kopf in eine Spalte zwischen den Stehict1 legte inid hineinsprach wie zu einem lebenden Wesen. „Derselbe Mensch steh! dort noch heute." Fremde kommen lärmeiid heran uiid sind schon von weitem hörbar durch ihr Sc!hmpfen über den labyrinthischen Zugang. „Jetzt schweigen sie. Ein Mann, viel zu elegan't für hier, wendet sich plötzlich ah mit ruckendem Mund.11' So vorbereitet beginnt Paquet die Reise durch die jüdischen Kolonien. Er hat sich mit der Theorie des Zionismus gründ..... lieh vertraut gemacht und kennt ihre wichtige Literatur, lieber Herzls „Judenstaat" referiert er in knapper, prägnanter Darstellung Er kennt auch die Kämpfe innerhalb der zionistischen Bewegung und bekennt sich zum politischen Zionisinus, ja, er halt Herzis Charteridee immer noch für aussichtsreich. Das Syrern de*> praktischen Zionismus mißbilligt er; „Der sozialistische Grundgedanke Herzis scheint ethisch höher zu stehen als das gegenwärtige Schachteisystern mit seinen Zufälligkeiten."* Auch die geistigen Kämpfe, die sich zwischen dem überlieferten Judentum und den /reigeiscigen Tendenzen ers nc.:en , .c:.-? 2:\<j..:±..^zh. erkennt und beurteilt Paquet mit scharfem Blick. Ja, ihn als Europäer interessiert dieses Problem am meisten, und hier scheint ihm vor allen Dingen ein Keim für eine weitbewegende Bedeutung der zionistischen Bewegung zu liegen. Denn er sieht hier nichts andres als einen Kampf des freien Geistes Europas mit den „vorn Gesetz Verdunkelten", einen Kampf um die Freiheit der Forschung und der Ueberzeugung, aus der eine neue Ordnung für die verworrenen Erscheinungen des gesamten modernen Geisteslebens geboren werden soll. In dieser Dichtung werde die „machtvolle und beglückende" Wirkung Tiegen, die Herz! vom Judenstaat erwartet. Paquet, der sich auch in historischen und religionswissenschaftlichen Dingen als universeller Geist bewährt, vergleicht die gegenwärtige Situation in Palästina mit dem Konflikt zwischen dem starren Pharisäerturn und dem aufgeklärten, vom frischen Leben angehauefilen Landvolk zur Zeit.der alexandrinischen Diaspora.. „Diesmal werden die Am-Haarez siegen, und es ist schöpferischer europäischer Geist, der innen hiutu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.