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Der jüdische Student · 1914-03-21 · Heft 10 (21.3.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (21.3.1914)
Date
1914-03-21
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Der Jüdische Student 347 verloren Haben und nicht vermögen, ihn wieder anzuknüpfen, rund da sie dennoch ihr Wesen, ihre naturgegebene Art nicht "verlieren wollen. Und nun kommt eine Erkenntnis über diese Männer» die ihre Gesichter, diese schon ermatteten Gesichter, wieder frisch und feuchtend macht: die Erkenntnis ihrer nationalen Zusammengehörigkeit. Es setzt eine Bewegung ein, die in dem Zeita{ter des Materiaiismus und des mechanisierten Lebens ganz seltsam und verheißungsvoll anmuten muß. Man erinnert sich wieder alter messiani>cher Verheißungen aus der Bibel, :n England und Amerika setzen starke religiöse Strömungen ein, die an den Zionismus anknüpfen und von ihm die vunde der Wiedergeburt, das tausendjährige Reich erwarten. Paquet erzählt von ein paar Anhängern solcher Bewegungen, von einer rächen Engländerin, die einen großen Wald in Devonshire durch.Testament dazu bestimmt haf, zu verwildern bis auf den Tag, wo Israel wieder in den Besitz seines Landes und der "heiligen Stadt gelangt sei, und von einem Amerikaner, der in Palästina Weinberge baut und nur jüdische Arbeiter darin beschäftigt „Der jüdische Zionismus/' sagt Paquet, „ist eine zu a::rfä;hge Tatsache, als daß nicht außer dem Judentum selbst auch dufestesten religiösen Kreise, insbesondere der protestantischen Länder, ihn mit Interesse, ja mit einer starken, mythischen Svmpaime verfolgten Aber auch für jene, denen die Frage nach der Zukunft unserer Kultur wichtiger ist als die Frage, wem Palästina in Zukunft polnisch gehören soll, und denen die biblischen Weissagungen im besten Falle nur besagen, daß über dieses Volk, das ohne semen Gott und seine ewige Spannung n:cht denkbar ist. das letzte Wort bisher noch nie gesprochen war. bedeutet der Zionismus ein merkwürdiges Zeichen der Zeit." Kurz, man beginnt, das Voik der Juden wieder anders anzusehen, als man lange gewohnt war, und erinnert sich wieder der vielen Zeichen, die ihm bbher eine eigene Sendung in der Geschichte der Menschheit angewiesen haben und ihm «auch eine Zukunft von unabsehbarer Bedeutung zu verbürgen scheinen, — man erinnert sich der Tatsache, wie Paquet sich ausdrückt, „daß dieses Volk gleichsam zur Funktion des Wartens der ganzen Menschheit auf eine Geistesoffenbarung, die noch bevorsteht, geworden ist4*, ß 'So ist Paquetdenn ins heilige Land gezogen, aber nicht, wie frühere Geschlechter seines Volkes, im Zeichen des Kreuzes: an der Schwelle des Landes streift er das Vorurteil ab, das vom Abendlande her noch an ihm haftet Im Traume erscheinen ihm Christus und Ähasver, zu einem visionären Bilde verschmolzen, und eine Stimme des Vorwurfs spricht zu ihm, mehr Trauer im Klang als Klage: „Maie cogitasti de me!M Du hast schlecht von mir gedacht, Und so korrigiert er denn sein

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