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Der jüdische Student · 1914-03-21 · Heft 10 (21.3.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (21.3.1914)
Date
1914-03-21
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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338 Der Jüdische Staden! wissen, daß unsere Kraft noch lebt. Wir spüren sie in uns,, und statt der anderen, die durch tiefste Assimilation von um getrennt sind, wctlfen wir sie doppelt and dreifach in uns entwickeln, damit der Volkskraft kein Teilchen verioren geht. Wir wissen auch, daß wir einen Kampf führen, der uns heute noch in Gegensatz stellt zu der größten Anzahl der deutschen Juden. Doch wir freuen uns trotzdem des Kampfes. Wir halten es mit dem Dichter der Jugend: I Herr, laß mich hungern dann und wann. Sattsein macht stumpf und trage. Und schick' mir Feinde, Mann um Mann, Kampf hält die Kraffe rege. Wir wissen, daß wir siegen werden, denn uns gehört die Jugend und auf unserem Wege ist die Wahrheit! Ach ad Haam Von Referendar Dr. M. Bileski (V.J. St Maccabaca A H.), Berlin Die neue Auflage der ins Deutsche übersetzten Aufsätze Achad Haams gibt Gelegenheit, die Bedeutung seines Werkes zu betrachten. Der Ruf, den Achad Haam besonders bei der jüdischen Journalistik genießt, ist außerordentlich groß. Man rühmt ihn als den wertvollsten Denker und Schriftsteller der neu-jüdischen Publizistik und* legt ihm auch für die theoretische Grundlegung und inhaltliche Gesfaltung>des politischen Zionismus eine besondere Bedeutung bei. Diese Wertschätzung kann sich aus zwei Momenten erklären, aus den Gedanken, die Achad Haam in seinen Aufsitzen niedergelegt hat, und aus* der Form, wenn diese dem Inhalt eine besondere Wirkung verschafft/hat. Was zunächst das zweite Moment anbetriift, so ist es zweifellos, daß Achad Haam eine große Gewandtheit der* Form ( besitzt. Auch in der Uebersetzung merkt man deutlich, daß er die Sprache lebendig und edel zu bilden weiß. Besonders die acht kleinen Aufsätze sind journalistische Leistungen von Wert. Die Besonderheit jedoch, welche die meisten der Aufsätze sofort als von ihm herrührend erkennen läßt, liegt nicht in dieser schriftstellerischen Fähigkeit, sondern in einer eigentürn-' liehen Art der Darstellung. Er -liebt es, mit allgemeinen seelischen, geschichtlichen oder soziologischen Beobachtungen zu beginnen, aus ihnen bestimmte Entwicklungsgesetze herauszuarbeiten tind diese auf Geschichte und Leben des jüdischen Volkes zu übertragen.

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