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Der jüdische Student · 1914-03-21 · Heft 10 (21.3.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (21.3.1914)
Date
1914-03-21
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der Jüdische Student 337 -,---.--,--_------„--_-__|__._-,- V Noch ein anderes wichtiges kulturelles Moment für den Aufbau des neuen Judentums hat der B. J. C schaffen können. Je mehr heute aus den jüdischen Häusern das spezifische Gepräge eines besonderen Milieus gewidien ist, je mehr die nivellierende Tendenz der neuen Zeit diese wichtige treiehungsgrundlage hat verschwinden lassen, um so höher ist die Arbeit einzuschätzen, die der B. J. C. auf diesem Gebiete geleistet hat Seinen Mitgliedern ist der B. J. C eine Heimat, die in jeder Beziehung ein Surrogat darstellt für eine eigene Kultur und Sprache, für ein eigenes Land, — also für die Elemente, ciie allein doch sonst nur im stände sind, geschlossene, bodenständige Persönlichkeiten zu schaffen. — Als in dem Befreiungskampfe vor hundert Jahren das preußische Volk das Joch der Fremdherrschaft abschüttelte, da wurde diese Bewegung getragen von einem allgemeinen Geiste, der mit überraschender elementarer Wucht die natürlichen Instinkte des Volkes zum Ausdruck brachte. Wenn wir, nachdenklich geworden durch dieses Ereignis, die Geschichte betrachten und die Faktoren suchen, die geschichtsbiidende Kraft besitzen, die Faktoren, deren Wirkung die Aufwärtsbewegung eines Volkes verursachen, dann werden wir finden, daß zwei Triebe insbesondere diese dynamische Kraft besitzen, nämlich der Selbsterhaltung s-und derFreiheitstrieb eines Volkes. In dem Einzelnen ist dieser Trieb, der über die Grenzen der Persönlichkeit hinaus auf etwas Höheres gerichtet ist, vielleicht gar nicht so stark ausgeprägt — das ist auch nicht nötig; denn die gewöhnliche Tagesarbeit des Bürgers, die ihm selbst nützt,, ist unbewußt ein kleines Teilchen der großen Volkskraft. — Doch in den Zeiten nationaler Gefahr wachsen diese imponderabilen Teilchen jener gewaltigen Volks« triebe, die in dem Einzelnen oft unter der Schwelle des Bewußtseins schlummern, und werden in ihrer millionenfachen Zusammenfassung zu einer ungeheuren Macht, die Kriege aus« löst und weltgeschichtliche Ereignisse schafft — Wir Nationaljuden glauben, daß diese imponderabilen Kräfte auch in den Juden der Neuzeit noch leben, daß der lebendige Quell unseres Volkstums noch nicht versiegt ist Wir glauben, daß es uns gelingen wird, unser Volk aus der Lethargie zu wecken. Unablässig und laut wollen wir unseren Mahnruf erheben. Wir

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