Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (21.3.1914)
- Date
- 1914-03-21
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Der Jüdische Stutfent der jüdischen Studenten irgendwie berühren, wie z* B. die Beschränkungen für russische Studenten an deutschen Universitäten, ergreift der B. J. C die Initiative und übernimmt die Vertretung der jüdischen Studentenschaft, die ihm seiner Bedeutung und seiner numerischen Stärke nach ja auch zukommt Und darum, weil der B. J. C weiß, daß nur eine national-jüdische Korporation alle die Interessen vertreten kann, die die jüdische Studentenschaft heute hat, erwartet er von jedem jüdischem Studenten die Einsicht, daß die Lage des jüdische» Studententums ihm seine Zugehörigkeit zu einer besonderen national organisierten Korporation zur Pflicht macht. .Der B. J. C nimmt jung£ Studenten auf, die den nationalen Lebenswillen des Volkes in sich fühlen. Er gibt ihnen die Mittel in die Hand, sich jüdisch auszubilden und auf Ofrund der notwendigen geschichtlichen, ökonomischen und spezifisch jüdischen Kenntnisse sich dann selbständig die Wege zu suchen, die sie zu den Quellen des lebendigen Judentums führen. Der B. J. C verlangt von ihnen nicht gleich beim' Eintritt eine fertige Ansicht, die sie in der Korporation nur zu vertiefen haben, sondern er baut von unter! auf. Nur so schafft man vorurteilslose, objektive Erkenntnisse, die gründlicher und dauerhafter sind als die, die durch nachfolgendes Studium erst den Beweis für die Richtigkeit einer Behauptung suchen. Zwei Jahrzehnte lang hat der B. J. C. bereits seine Erziehungsformen erproben können, und wir glauben, daß nuf ihm diese einzigartige Synthese eines deutschjüdischen Akademikers gelungen ist, deren das deutsche Judentu m bedarf. — Um das Forum der Studentenschaft, auf welchem neben den kultureilen und Standesfragen nur hoch nationale Fragen entschieden werden, als Kämpfer betreten zü können, müssen die Vereine Jüdischer Studenten, wenn sie irgend eine Wirkung erzielen wollen, auf korporativer und nationaler Grundlage aufgebaut sein. So tief muß aber das nationale Bewußtsein wurzeln, daß man sich niemals scheuen darf, die Korporation- Exklusivität aufzugeben um irgend eines jüdischen Zieles willen. Der B. j.C erzieht seinen Mitgliedern keinen Standesdünkel an* sondern bringt ihnen frühzeitig das Gefühl bei, daß alles Kleinliche hintangesetzt werden muß, will man an dar Entwicklung des Volkes mitarbeiten.