Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1914-01-31 · Heft 9 (31.1.1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 9 (31.1.1914)
Date
1914-01-31
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3537599-3537704-3537713--3131-3541239
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

321 besser mit den Erfolgen geworden zu sein. Jedenfalls hat der BJC. keine neue Richtung nötig, damit er die Bedeutung der Sache richtig erfaßt. Als ein Beispiel für die Wichtigkeit, welche die hebräische Sprache für uns hat, möchte ich hier ein kleines Erlebnis schildern, das ich mit noch anderen Bundesbrüdern auf der Rückfahrt vom K. T. hatte. Wirbemerkten im Zuge einen Mann in einem langen, grünen, exotischen Gewände. Der Mann wurde von uns wie von allen anderen für einen Tscherkessen gehalten. Als wir ihn ansprachen, erwies sich eine Verständigung als'unmöglich, bis schließlich ein Bundesbruder auf den Gedanken kam,- den Mann auf hebräisch zu fragen, ob er ein Jude sei, was zu unserem Erstaunen bejaht wurde. Es entwickelte sich nunmehr eine von unserer Seite natürlich sehr stümperhaft geführte Unterhaltung, in deren Verlauf der M rn sich als Zionist bekannte, sich, durchaus mit dci Persönlichkeiten führender Zionisteu vertraut zeigte und seine Freude derber aufdrückte, daß wir auch Zionisten seien. Bemerkenswert ist iiier, wie nah uns dieser Mann, den wir für den Angehörigen irgend eines unzivilisierten Stammes gehalten hatten und von dem uns Welten zu trennen schienen, in dem Augenblick siaiui, als an wir uns mit ihm in einer gemeinsamen Sprache verständigen konnten. Dies k^ine Erlebnis zeigt symptomatisch, wie sehr unser nationales Zusammengehörigkeitsbewußtsein durch die Kenntnis der hebräischen Sprache gestärkt wird. Der B.J. C. wird noch viel zu tun haben, um hier die wünschenswerten Erfolge zu erzielen. Der K. T. hat es aus rein finanziellen Gründen mit Bedauern vorläufig ablehnen müssen, die Bundesbrüder zu einem Eintreten in die Ii i s t ad r u t h zu zwingen. Es wird Sache der Alten Herren sein, freiwillig in diesen Verband, ebenso wie z. B. auch in den Reichs verein der deutschen Juden, zu gehen, zumal die finanzielle Belastung ganz minimal ist. Von den vielen anderen Dingen, mit denen sich der K. T. noch beschäftigt hat, seien hier nur einige hervorgehoben. Der Turnbetrieb im B.J. C bedarf noch mancher Verbesserungen. Ueber den gesundheitlichen Zustand der B u n d e s b r ü d e r muß von den' Vereinen mehr Aufsicht geführt werden. Leute, die aus Gesundheitsrücksichten vom Turnen befreit sind, dürfen sich abends nicht in Cafes und auf Kneipen herumtreiben und rauchen und saufen. Abgesehen vom Fechten, Schwimmen und Turnen müssen die Vereine zur körperlichen Erziehung noch mehr als bisher auf die regelmäßige und häufige Veranstaltung von Ausflügen, Turnspielen u.dgl. bedacht sein. Zur Einführung eines geregelten Sportbetriebes ist eine Kommission eingesetzt, die bis zum Sommer ihre Vorschläge zu "machen hat. Die V. J.St.-er müssen sich mehr als bisher an Wettbewerben beteiligen. Die Erziehung im V. J. St. muß liier wie überall so intensiv sein, daß die Alten Herren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.