Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1914)
- Date
- 1914-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
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320 lossagen wollen und vom Präsidium für gute V.J. St.-er gehalten werden, hat dar K. T. den Wiedereintritt gerechterweise nicht -verwehren wolfen. Wie streng der K. T. die Straßburger V.J. St.-er veruitfeilt hat, zeigt der Beschluß, durch den ein kurz vor dem K. T. toii Heidelberg ungesetzlicherweise inaktivierter Straßburger für gleichfalls i. p. dimittiert erklärt wurde. Der K. T. tat sich nach der Eliminierung so vieler ungeeigneten Elemente sichtlich erleichtert gefühlt. In der Tat ist wenig Grund vorhanden, den Verlust dieser Leute zu bedauern. Ich persönlich befrachte die Straßburger Frage unter dem Gesichtswinkel der Assimilation: Ich habe noch nirgends Juden gesehen, die skfi so wenig aus der umgebenden Bevölkerungsmasse irgendwie:-vorteilhaft herausheben, die vielmehr so gründlich alle schlecMen Eigenschaften der nichtjüdischen Bevölkerung angenommen haben, wie die Juden im Elsaß. F'benso energisch wie mit Straßburg ist der K. T. im Fall e F u c Ii s verfahren. Er hat zwar die Streichung eines Charloiienburger Alt«* Herrn durch den Berliner V. J. St. für unzulässig erachtet, &ch im übrigen aber mit dem Errolg, dem Verschwinden diese?. Mannes, der so übel gegen unsere Tendenz verstoßen hatte, freudig einverstanden erklärt. Eine Neugründung kommt für die nächsten Semester nicht in Frage. Da es sich jedoch als vorteilhaft gezeigt hat —■ z. B. in der Au blander frage —, wenn wir möglichst viele Stützpunkte haben, md da sich in Straßburg immer einige Bundesbrüder aufhalten» so wird es als empfehlenswert angesehen, dort ohne Kraftaufwand einen Stammtisch zu halten. Neben dieses für den B. J.C. wichtigen Fragen sind als die wichtigsten vom K. T. behandelten Angelegenheiten die des Technikums und die des hebräischen Sprachunterrichts anzusehen. Ueber den Sprachenkampf hat B 1 u m e n f e 1 d m einem eingehenden Referat berichtet und die Entstehungsgeschichte des Kampfes dargelegt, die ja jetzt den V. J. St-ern größtenteils aus den Zeitungen bekannt ist. Der K. T. ist sich der Bedeutung des Augenb'ickes durchaus bewußt gewesen; er hat in einer Resolution Protest gegen das Verhalten des Hilfsxereins erhoben und dem Aktions-Komitee 10000 M. für das hebräische Schul werk zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag entspricht der Größe des B.J. C. und wird, wie unsere Finanzmänier berechnet haben, ohne erhebliche Schwierigkeiten aufgebraclti werden. Andererseits hat man gerade hier den BundesbrüdcMi fühlbare Opfer auferlegen wollen. Bei Besprechung des hebräischen Sprachunterrichts im B.J.C hat sich wieder, wie seit Jahren, gezeigt, daß wir hier noch nicii die richtigen Methoden gefunden haben, um an jeden Bundesländer bestimmte Mindestforderungen stellen zu können. Es scluint in den letzten Semestern jedoch etwas