Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1914-01-31 · Heft 9 (31.1.1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 9 (31.1.1914)
Date
1914-01-31
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537704-3537713--3128-3541236
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

318 Der Jüdische Student mit der Satisfaktion verknüpfen, honorig zu verhalten, so muß dies, wie schon Dutzende von Beispielen gezeigt haben, auf den ganzen Mensehen, auf sein gesamtes Verhalten einwirken. Wenn ferner die Vereine sich jetzt zu einer .strengen, unaufhörlichen Aufsicht über den Einzelnen in Satisfaktionsangelegenheiten genötigt sehen werden, so werden sie hierdurch auch die so nötige unnachsichtliche Kontrolle der Bundesbrüder .in andereii Dingen zweifellos ganz von selbst mit übernehmen. Wie ineinander verknüpft alle diese Dinge sind, zeigt sich z. B bei einem Falle, mit dem sich auch der V. J. St. früher oder später wird beschäftigen müssen, ich meine, wenn Alte Herren gegen ihre Berufsehre oder gelegentlich ihrer Berufsausübung gegen düe V. J. St.-er-Tendenz verstoßen. Je mehr die Vereine bei der Erziehung ihrer jungen Leute im vorhin angedeuteten Sinne wirken werden, um so weniger werden sie nachher bei Alten Herren derartige Dinge erleben. Neben vielen anderen seien noch zwei weitere Gründe für die Einführung der u. S. genannt. Wie auch von den Gegnern nicht bestritten worden ist, hat es im Falle tatsächlicher Be-, leHÜgungvn auch schon frülur keinen anderen honorigen Ausweg für einen V. J. St.-er gegeben als den studentischen Austrag der Angelegenheit. Diesen Zustand zu verschleiern, wäre eine schwere Unwahrhaftigkeit gewesen. Und weiter war es nicht ■durchzuführen, daß wir andere Studenten, die uns die Satisfaktion verweigerten, in Verruf steckten, während wir selbst ein derartiges Verhalten bei Bundesbrüdern decken müssen. Den Gründen der Satisfaktionsfreunde haben die Gegner kaum etwas entgegensetzen können. Es ist bezeichnend gewesen, daß alle Reden, die contra gehalten worden sind, pro gewirkt haben. Stärker als die Zahl der Gegner ist, wie immer, die Zahl der Vermittler gewesen, die einen Ausweg vorschlugen. Aber gerade hier hat sich gezeigt, daß es nur noch die Einführung der u.S. für uns gab. Alan hat immer nur einwenden können: „Wartet noch ein Jahr, dann wird die u.S. eingeführt. Vorläufig könnt ihr ja beschließen, daß die Vereine darauf hinwirken solüen, da!! die Mitglieder u. S. geben.14 Die Vermittler haben damit aber nur vorgeschlagen, einenZustand, der längst bestand und als unerträglich empfunden wurde, für noch ein Jahr beizubehalten. Andere Vorschläge wurden von ihrer Seite nicht gemacht. DerK.T. hat den Mut gehabt, den Schritt zu tun, und hier wie bei der Straßburger Affäre und der Zentralvereinsangelegenheit mit erfreulicher Deutlichkeit zum Ausdrucke gebracht, daß das Kartell zu immer festerer Geschlossenheit drängt. Zweifeilos werden wir einige Bundesbrüder verlieren. Aber die Erfahrung hat gezeigt daß gerade die Bundesbrüder, die in diesen Dingen nicht mit der Mehrheit harmonieren, auch sonst, abgesehen von Ausnahmen, unzuverlässige V.J. St.-er gewesen sind. Alle im

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.