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Der jüdische Student · 1914-01-31 · Heft 9 (31.1.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 9 (31.1.1914)
Date
1914-01-31
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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316 Der Jüdische Student Wenn jetzt die meisten Delegierten prinzipiell das Präsidium stützai, so sehe ich darin ein erfreuliches Portschreiten konservativen Geistes im B. J. C. und einen Beweis dafür» daß unser Nationaljudentum bei vielen von uns bereits manch schädlichen Rest des Ghettogeistes beseitigt hat. Es wird bei uns nicht mehr um jeden Preis kritisiert und opponiert, der Stespekt vor der Leitung und das Gefühl für Autorität ist gewachsen, während doch jeder sich davon überzeugen kann, daß w von kritikloser Nachbeterei weit entfernt geblieben sind. Auch im Auftreten nach außen ist dem Präsidium volle Bewegungsfreiheit geblieben. Alle seine Maßnahmen im verflossenen Jahre sind in dieser Beziehung gebilligt worden. Dureft den Ausschluß der Alten Herren, die im Zentralventin verblieben, werden wir wieder Elemente tos, die schon lange nicht mehr zu uns gehörten, und unsere Stellung im jüdisdien Leben wird immer klarer und damit angenehmer. Daß Jas Präsidium immer häufiger Gelegenheit hat, den B. |. C. iinchiußen zu vertreten, daran kann man die wachsende politische Bcdeitung des ß.J.C. erkennen. Eue der wesentlichsten Aufgaben dieses K. T. war, Klarheit in der S a t i s f a k t i o n s f r a g e zu schaffen. Er hat diese Aufgabe mit der Annahme der unbedingten Satisfaktion gelöst unter der Eiischränkung, daß B. J. C -er, die jetzt bereits Alte Herren sind, von d'eser Verpflichtung befreit werden können. In dem letzten Stadiun der Satisfaktionsdebatte waren bereits glücklicherweise die Jidischen" Argumente gegen die u. S. widerlegt und völlig fallen-gelassen worden. Dies kann aber nicht hindern, daß die u.S. nunmehr auch durch jüdische Argumente begründet wird. Man lese z.B. ekmal den Artikel „Dreißig Jahre Kadimah" (Abeles, 1013 der „J. R.u No. 10): „Man soll das Ereignis der Wehrhaftmachung der bfwußt jüdischen Studenten nicht unterschätzen4' oder an einer loderen Stelle; „Die heile, klirrende jüdische Tat war uns eine neue, Söstliche Musik, und sie war unser erstes jüdisches Glück". Mi Recht ist hervorgehoben worden, daß in diesem Punkte auf keinen Fall Gegensätze zwischen dem Tendenz- und dem Komrreiitunteriicht zu dulden sind. Der Tendenzluxmajor darf auf die Füxe, wenn auch unbewußt, nicht so wirken, daß sie auf Gegenstände des Kommentunterrichts verächtlich herabbücken. De Grunde, die den K. T. zur Annahme der u. S. bewogen haben, sind durchweg praktischer Natur. Eb ist zunächst die moderne Ringbildung in Frage gekommen. Wir haben es nicht dulden können, daß nunmehr das K.Z. V. sich mit einer gewissen Berechtigung den anderen Korpoiationen gegenüber als Vertreter der nationaljüdischen Studentenschaft aufspielen durfte. Wir haben es nicht mit ansehen können, wie wir bei dieser ganzen Bewegung von vornheiein bei Seite geschoben wurden. Zweifellos wird es

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