Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1914)
- Date
- 1914-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537704-3537713--3125-3541233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student 315 ein Erlebnis, daß sie für immer fest mit dem B. J.C. verbindet. In Zukunft werden die K. V. hoffentlich auf eine stärkere Beteiligung der jüngsten Generationen an derartigen hervorragenden Veranstaltungen hinwirken. Die Korona bestand im wesentlichen aus Alten Herren, die sich über die Vorgänge im V.J. St. orientiert zeigten und daher nicht, wie es früher häufig geschah, die Verhandlungen störten. Lobend muß noch erwähnt werden, daß die Debatten viel sachlicher als früher geführt wurden, und daß die rednerische Begabung der V. J. St.-er äußerst hoch steht; auch der Unsinn, der hier und da vorgebracht wurde, wurde immer fließend heruntergeredet. Das Präsidium hatte den K. T. durch Herausgabe sehr eingehender Materialien vorbereitet, deren Anschaffung allen Bundesbrüdern dringend zu raten ist. Die mündlichen Vereinsberichte fehlten auf dem K. T. und wurden kaum vermißt. Die Generaldebatte bot wenig Wesentliches. Die Arbeit des früheren Präsidiums wurde im allgemeinen verkannt, scharf ang\gri!?ui wurde, wie imro.-r, das L'J-.rwcisungsressort. Gewiß ist es gut, daß d:c Vertreter der Vereine in dieser Generaldebatte ins Detail <vhen, dabei eine etwa au« gesammelte Erbitterung sich vom Herzen reden und das Präsidium mit ihren Wünschen bekannt macheu; aber zweifellos war es ein Fehler, daß man nach diesen ausgibigen Ausführungen durch Beschränkung der Redezeit großzügige Etatsreden unmöglich machte. Das Verhältnis d e s P r ä s i d i u m s zu den Vereinen ist immer besser geworden — eine Entwicklung, die nicht genug gefördert werden kann. Es war nichts mehr von jenem alten geschäftsmäßigen Haß gegen das Präsidium zu spüren. Lediglich sachliche Ausstellungen wurden vorgebracht. Viele Fehler des Präsidiums und der Vereine beruhen zweifellos auf der Unkenntnis der lokalen Verhältnisse. Es ist deshalb einerseits zu fordern, daß das Präsidium in möglichst enge Fühlung mit den Vereinen tritt, wie es ja schon;';n vorigen Jahre durch, die Bereisung der V. J. St.-en durch ein Präsidiumsmitglied mit Erfolg versucht wurde, weiter, daß das Präsidium den Organisationen des B.J.C von selbst über wichtige Dinge ausführliche Berichte zugehen läßt, andererseits, daß auch das Präsidium von den Vereinen und den einzelnen Bundesbrüdern bedeutend besser als bisher informiert wird. Im \ ollen Vertrauen zum Präsidiim haben die Delegierten alle Anträge abgelehnt, die eine Einschränkung der Machtbefugnisse des Präsidiums bedeuten konnten. Es ist dem Präsidium vielmehr sogar ein Aufsichtsrecht eingeräumt worden in allen Fällen, in denen ein B. J. C.-er in jüdisch-studentischen Angelegenheiten etwas veröffentlichen will. Auch die Beaufsichtigung der Alten Herren in ihrer jüdischen Tätigkeit durch das Präsidium ist als berechtigt anerkannt worden.