Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1914)
- Date
- 1914-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
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Der Jüdische Student Der XIII. Kartelltag Yen Arthur Stein (Maccabaea A. H.), Bärwalde Nrn. Der XIII. K. T. bot ein erfreuliches Bild. Schon die Zusammensetzung der Delegierten war anders und besser als auf den letzten Kartelltagen. Es waren fast durchweg junge inaktive oder altere aktive Burschen, die mit dem Verein, den sie vertraten, eng verknüpft sind. Man hatte in Königsberg nicht den unangenehmen Eindruck, den man auf anderen Kartelltagen nicht los wurde, daß die Delegierten sich durch rhetorische Glanzleistungen verblüffen oder übertölpeln ließen. Im allgemeinen zeigten sie sich selbständig und fanden glücklicherweise auch den A\ut, einmal „umzufallen", wenn sie im Laufe der Debatte anderer Ueberzeugung geworden waren. Nur solche Leute sind als Delegierte brauchbar. Ich habe vor dem K. T. ältere Bundesbrüder gesprochen, die mir ihre ernsten Zweifel über die jüdische Erziehung der jüngeren Generationen äußerten. Ich glaube, da!'.» der K. T. die-e Zweifei beseligt hat. Die jungen Delegierten machten durchweg den Eindruck tendenziös gut durchgebildeter V.J. St.-er. Wenn im V. J. Sf. so oft ältere Bu ulesbrüder über die jüngeren klagen, so scheint mir dies z.T. darauf zu beruhen, dal) jeder, der stramm aktiv war, und auf dem ein Teil der Arbeitslast eines V.J. St. ruhte, die leicht erklärliche Empfindung hat, es werde ohne ihn nicht mehr so korrekt gearbeitet. — Es gibt weiter B. J. C.-er, die glauben, daß allmählich die technisch-organisatorischen Angelegenheiten von der Tagesordnung verschwinden und an ihre Stelle lediglich ji" lisch-politische Fragen treten werden. Auch diese Annahme ist durch den K. T. widerlegt worden. Es hat sich vielmehr gerade unsere Tendenz so weit ausgebildet, daß die Stellungnahme der Delegierten in jüdischen Fragen von vornherein gegeben ist und über diese Dinge kein Streit mehr entsteht. Wie überhaupt jeder V.J. St.-er eine genügende Kenntnis von der Organisation des B.J.C. haben muß, so ist insbesondere zu verlangen, daß solche Delegierte gewählt werden, die genügende Kenntnis und Erfahrung m den organisatorischen Fragen mitbringen. Es ist nicht gerade angenehm, wenn, wie es auf diesem K. T. geschah, ein Delegierter trotz seiner jüdischen Kenntnisse von vornherein „abgedreht*' werden muß, weil er eine staunenswerte Unkenntnis des B.J.C. an den Tag legt, und es ,ist dies auch für den Verein, der einen solchen Delegierten entsendet, nicht gerade ein gutes Zeugnis. Sehr wesentlich ist das Bild, das die Korona eines K. T. bietet. Zu tadeln ist hier zweifellos, daß die Delegierten zu wenig junge Burschen und Füxe aus ihren Vereinen zum K. T. mitgebracht haften. Für junge V.J. St.-er kann eine Veranstaltung wie der Königsberger K. T. ein ausschlaggebendes Ereignis sein,