Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1914)
- Date
- 1914-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 311 Ein Unterschied besteht freilich, den Herr Stein wohlweislich verschweigt. Herr Stein weiß recht gut. daß die älteste K. Z. V.-Korporation, die Hasmonaea, von zionistischen Akademikern gegründet werden mußte, weil der damalige Stand der Dinge im B J. C keineswegs eine Entwicklung im Sinne des Zionismus garantierte. Noch bis zum Jahre 1907 standen die Mehrzahl der B.J.C.-er der jüdisch-nationalen Idee durchaus indifferent gegenüber. Erst als durch das Erstarken der K. Z. V. erwiesen wurde, daß auch zionistische Korporationen in Deutschland sich halten können, und ferner unter der wachsenden Bedeutung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland fingen die Vereine Jüdischer Studenten an, auf die zionistische Beeinflussung ihrer Mitglieder mehr Wert zu legen. Noch heule herrscht die zionistische Idee keineswegs unbeschränkt im B. J.C. Zwar stehen an leitender Stelle überall Zionisten; doch scheut man sich niemals, dort, wo es für die Interessen der Korporation zweckmäßig erscheint, den Zionismus zu verleugnen. Obwohl Herrn Stein diese Taktik bekannt ist, wagt er zu schreiben, daß der B.J.C. die einzige jüdische Studentenorgaiüsation sei, welche ihre Korporationsinteressen hinter die allgemein jüdischen zurücktreten läßt. (S. 87.) Ob Herr Stein mit denjenigen Institutionen, welche das K. Z. V. im Interesse der Erziehung seiner Mitglied, r r-.\ ^r.ten '<'': ■:,:^v:i für endig befunden Int, ehiver.-t.uiden ist oder nicht. i:-t l.i :r « 'tr.f;,!e:ch , '.'Fg. Wir sind nicht gewillt, uns mit ihm jetzt r.oJi <>.e FK\ate 1 . :.f---r einzulassen. Hätte Herr Stein eine sachliche Kritik v.übr, so v. ":v dagegen nichts einzuwenden gewesen. Es \<t aber ein in der Oese' :chte lies Zionismus noch nie dagewesener Fall und em inierh.'.rtes I'»enehmen, wenn ein Mitglied* der zionistischen Organisation in einem?ionis!isu:C!i Buche einen zionistischen Verband in einer derartigen Weise ohne jede sachliche Begründung angreift und herabsetzt. Denn wenn Herr Stein das K. Z. V. mit dem K. C. vergleicht, der bekanntermaßen der Vorkämpfer der Assimilation unter der deutsch-jüdischen Studentenschaft ist, so bedeutet dieses nichts anderes, als daß er nicht nur dem K. Z. V., sondern jedem •inzelnen xMitgliede desselben den Zionismus abspricht. Die Unanständigkeit dieses Verhaltens tritt besonders kraß dadurch hervor, daß die Verdienste des B. J. C seitens des K. Z. V. stets in objektivster und wohlwollendster Weise gewürdigt worden sind. (Vgl. die Broschüre: Der Zionistische Student, Flugschrift des K. Z. V, S. 7--11.) Die offizielle Leitung des B.J.C. steht, wie sie uns ausdrücklich versichert, den Beleidigungen des Herrn Stein durchaus fern. Sie halte auch atis Anlass früherer Fälle dem Präsidium des K. Z.V. versprochen, solchen Angriffen von B. J. C.-em gegen das K. Z.V. entgegenzutreten. Wie der vorliegende Fall lehrt, scheint iIir die Ausführung dieser Abstellt nicht geglückt zu sein. Es gibt außer Herrn Stein noch eine geringe, aber einflußreiche Anzahl von B. J.C.-ern, welche nicht aufhören, aus kleinlicher Korporationsrivalität gegen das K. Z. V. zu hetzen und dadurch den Frieden innerhalb der nationaljüdischen Studentenschaft und darüber hinaus auch innerhalb des deutschen Zionismus empfindlich zu gefährden. F's handelte sich jedoch bisher zumeist um mündliche oder private Acußerungen, die nicht in dem außerordentlichen Malle, wie im Fall des Herrn St, in, geeignet waren, das K. Z. V. vor der zionistischen Oeffentiichkeit herabzusetzen. Wir sind daher gezwungen, da wir uns lediglich des uns durch die zionistische Organisation gebotenen Weges, Recht zu suchen, bedienen wollen, Herrn Stein vor dem Ehrengericht der zionistischen Organisation zur Verantwortung zu ziehen. Das Präsidium des Kartells Zionistischer Verbindungen. Dr. Fischer. Dr. Alfred Wollstein.