Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1914)
- Date
- 1914-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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310 Klage des KZ.V. gegen Bbr. Referendar Arthur Stein vor dem Ehrengericht der Zionistischen Organisation Klageschrift Berlin, den 2S. November 1913 Im Septerrber 1913 erschien, herausgegeben von dem Niederländischen Zionistenbunil; das Zionistische Studentenjahrbuch. Dieses Buch enthält aiseinzigen deutschen Artikel einen Aufsatz des Herrn Arthur Stein {Mitglied des Vereins jidi scher Studenten AHccabaea - Berlin) betitelt: Die jüdischen Studenten an teutsehen Hochschulen (S. eO bis 95) In diesem Aufsatz wird die Tendenz und Wirksamkeit des B. J. C, dem der Verfasser angehört, in ausführlicher Weise gewürdigt. Der B. J. C. (Bund JndischerCorporationen) wird darin im Gegensatz zu allen anderen jüdischen studentischen Organisationen, in?besondere zu dem assimilatorischen K. C, als der einzig in bewußt jüdischem Sinne arbeitende Verband hingestellt (S. 871 Im An schliß daran wird das Kartell zionistischer Verbindungen, welches durch Beschluß des Hannoverschen Delegiertentages von der Zionistischen Vereinigung im Deutschland als die offizielle Vertretung der zionistischen Studentenschaft anerkannt ist, mit ein p lar Sätzen gestreift, die folgenden Wer:laut haben: „Um dem Parteizionismus in dv<; Studentenschaft eine Vertretung zu schalen, wurde das Kartell ziom bischer Verbindungen geschaffen, dessen eßte Verbindung seit 1902 besteht und das heute drei Verbindungen umfaßt. Von dem oben dargelegten. Standpunkte ans erscheint eine Zersplitterung nationaler Kräfte auch hier als ein Luxus, den wir ins leider vorläufig noch nicht leislen können. Spezell beim K. Z. V. bleibt abzuwarten, ob es nicht durch Uebertreibung des Korporationsbetriebes in das Wesen des K. C. verfällt Sein agnttorischer Wert ist unter den in Deutschland gegebenen VerhätiiEsen gering, ebenso wie naturgemäß sein Wirkungskreis.1" Diese Charakterisierung ist beleidigend und eine bewußte Verleumdung. Sie stellt sich afe eine solche für jeden n cht mit den deutschen Verhältnissen vertrauten jüdischen Akademiker dar, für die ja der Artikel bestimmt ist, insbesondere durch die Wendung: „Speziell beim K. Z. V. bleibt abzuwarten^ ob er nicht ...in das Wesen des K. C. venällt" Der K. C. wird nämlich folgendermaßen charakterisiert (S. 86): „Indan der K. C. seine Mitglieder zürn Nachahmen äußerer Formen erzieht, üdem er seine jungen Leute zu einer geistigen Verflachung führ*, die auch von manchen K. C.-cm selbst unangenehm empfunden wird, inebm er sie an den dringenden Fragen des modernen jüdischen Lebens unbekümmert vorbeigehen lallt, ...ist der K. C. ebenfalls eine Stütze der Assimilation in der jüdischen Studentenschaft und darüber hinaus in der jüdischen Bevölkerung Deutschlands." Unzweift-lhat wird durch diese Darstellung bei einem nicht mit den Verhältnissen Vertrauten der Findruck hervorgerufen, daß das K. Z. V. nicht ernsthaft zu der zionistischen bezw. national-jüdischen Organisationen gerechnet werden könne und sich auf dem besten Wege zur Assimilation befinde. Der ganze Zuschnitt des Artikels weist darauf hin, daß Herr Stein die ihm gebotene Gelegenheit, vor einem holländischen Leserkreise die deutschen Zustände zu er'ülern, dadurch mißbraucht hat, daß er durch eine tendenziös übertriebene Gegenüberstellung von B. J. C. und K. Z.V. für seinen Verband in unlauterer Wiise Reklame gemacht und den unsrigen geschädigt hat. Herr Stein ,veiß als älterer Angehöriger des B. j.C. ganz genau, daß zwischen B. J.C. und K. Z. V. nicht die Unterschiede bestehen, die er als trennend hcrvorlebt.