Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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2S3 zugeschnitten sein als für die zweiten Semester. Die neuen Füxe müssen sehr bald über den B. J. C , seinen Aufbau und seine Prinzipien informiert werden. Alsdann muß man sie mit den Grundbegriffen des akademischen Lebens vertraut machen Ueberaus wichtig erscheint mir eine stärkere Betonung der Fragen des Oesellschaftskomments. Ich meine damit nicht allein, wie man Hummern und Austern ißt, sondern eine Form des guten Tons und des gesellschaftlichen Verkehrs, wie man sie von Studenten verlangen muß. In der Studentengeschichte darf man sich nicht auf die Angabe von Namen und Daten beschränken, sondern muß einen Abriß der Entstehung und Entwicklung des Verbindungswesens geben, die modernen Erscheinungsformen, die verschiedenartigen Reformbestrebungen, die Programme der großen Verbände, im gegebenen Falle von unserem Standpunkte aus betrachtet, auseinandersetzen. Eine gründliche Kenntnis der jüdischen Studentenverbände ist unerläßlich. Als empfehlenswert möchte ich es hinstellen, daß man bei den erbtsemi.s:ri';"en Füxen einen Teil der jeweiligen Fuxenstunde da/u verwendet, um sie recht bald mit den Grundzügen der B. J. C.-Geschichte bekannt /u machen. Den zweitsemestrigen Füxen ist eine umfassende pragmatische Kenntnis der Geschichte des B. J. C., seines Werdeganges, seiner Tendenz, seiner Kartelltage und seines Auftretens nach außen zu vermitteln. Neben einem guten Vertrautsein mit der Kartell-, Geschäfts- und Ehrenratsordnung wäre die Kenntnis der Entwicklung bestimmter wichtiger Statuten erwünscht. Von dem jungen Bundesbruder soll nicht nur die Geschichte des Kartells, sondern auch die Entstehung und Uebersicht der Entwicklung des K. V., in dem er Fux ist, verlangt werden. Das ist eine verständliche Folge des Prinzips der Konsolidation der einzelnen Vereine, das sich auf dem XI. K. T. nach längeren Bestrebungen dank Erwin Goldemann durchgesetzt hat. Wenn jeder Bundesbruder in einer bestimmten Korporation wurzeln soll, dann kann es nicht genügen, wenn er sich gerade mit ihrem Gründungstermin bekannt gemacht hat. Der „Familiensinn^ macht die Kenntnis der Familie, d. h. seiner Korporation, zu einer natürlichen Bedingung. Er wird aber oft auch an der Geschichte des eigenen Stammvereins lernen, daß ein übertriebener Partikularismus unverträglich mit der engen Kartellgeschlossenheit ist. Daneben ist im Burschenexamen unbedingte Kenntnis wichtiger Artikel aus den verschiedenen Jahrgängen des „jüdischen Studenten1' zu fordern.*) Sie werden ihm ein wertvoller und *) Eine Veröffentlichung einer solchen Zusammenstellung im J. St., wie ich sie bereits in meinen „Leitfaden^ für den Unterricht in Komment und Geschichte des B.J.C.1* aufgenommen habe, behalte ich mir vor.