Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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2S2 Der jclische Student Handelns, nicht allein ausreicht, damit der junge Mensch sich in die Gemeinschaft einfugt und ein brauchbares Glied wird. Da greift die Korporation ein. Sie will das Zusammengehörigkeitsgefühl veiiiefen, treue Kameradschaftlichkeit pflegen und dem jungen Menschen ein Heim schaffen, das in ihm das Bewußtsein wachruft, eine Schar Gleichgesinnter, befreit von den Niedrigkeiten des Daseins, um sich zu haben, die für eine große Sache gemeinsam streiten. Wie wir in einer dauernd wachsenden Zufuhr von neuen zionistischen Energien unsere Lebensforderung erblicken, so muß als unbedingter Bestandteil unserer Grundtendenz gelten die Erziehung von geschlossenen, starken Persönlichkeiten mit festen Ehrenanschauungen. In der Erziehung zu Charakteren mit starkem jüdischen Selbstbewußtsein hat dann die Korporation schlechtweg eine jüdische Arbeit geleistet. Ueberhaupt besteht in einem Gleichgewichtszustand zwischen korporativer Form (allerdings in unserem Sinne) und jüdischer Tendenz das Korporationsideal. Dies alles muß man ins Gedächtnis rufen, um zu zeigen, wie wenig der verkümmerte Unterricht in Komment und Geschichte des B. I C. heute leistet. Sicher nicht zum geringen Teil liegt dies an dem Mangel an brauchbaren Fuxmajoren. Sehr viele, vielleicht sogar die meisten, sind ihrer Aufgabe, infolge ihrer Jugend, gar nicht gewachsen. Im B. J. C. hat die Auffassung Platz gegriffen, das Fuxmajorat sei mit der zweiten Charge organisch verbunden. Im Gegensatz zu den deutschen Korporationen.!n diesen wird zumeist dem Zweitchargierten das Amt eiaies Fechtvvarts und das Fuxmajorat einem alte"en Mitgliede übertragen. Es ist klar, daß ein drittes Semester nicht genug Erfahrung und Lebensgewandtheit hat, um mit Füxen, due vielleicht zum Teil seine Confüxe gewesen sind, über Dinge zu sprechen, von denen er selbst noch keine richtige Vorstellung hat. Verfehlt wäre es, wollte er Fragen berühren, wie sie Rosenkranz in seinem Artikel „Sexualia1- (J. St. IX, 1) erörtert hat. Zudem soll der Fuxmajor in jeder Hinsicht das Erziehungswerk der Korporation versinnbildlichen, was man von einem dritten Semester noch nicht erwarten kann. Em anderer wesentlicher Mangel unseres heutigen Kommentunterrichts ist in dem Fehlen eines brauchbaren Systems zu suchen. Wenn auch in diesem Teile der Fuxenerziehung eine größere Variation als im Tendenzunterricht vorherrschen wird, bedingt durch die Persönlichkeit des Fuxmajors und die Zusammensetzung der Fuxencorona, muß eine Norm für das Kartell aufgestellt werden, die Mindestforderungen an die Fuxmajore und Füxe stellt. Als grundlegend erscheint mir eine Trennung des Unterrichts für erstsemestrige und zweitsemestrige Füxe. Der Unterricht sowohl in Fragen des Komments wie in der Geschichte desB.J.C. muß für die Neueintretenden ganz anders