Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537704-3537712--3085-3541192- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
278 Der Jüdische Student Den breitesten Raum der Kartelltagsverhandlungen wird die Debatte über die Einführung der unbedingten Satisfaktion einnehmen. Es ist schon wiederholt im }. St. zur Begründung des Antrags über die praktische Notwendigkeit gesprochen worden, die uns vielleicht zur Annahme auch gegen unseren Willen zwingen könnte. Es ist in einwandfreier Weise dargelegt worden, daß man jüdische Gründe nicht dagegen anführen könnte. Man hat oft genug gesagt, daß damit nur eine äußere Anerkennung eines bereits bestehenden Zustandes erfolge, eünes Zustandes, der durch den Widerspruch von Theorie und Praxis unwürdig und schädlich sei. Ich will mich heute — kurz vor Toresschluß — darauf beschränken, aus einem anderen Beweggrunde heraus, für die Einführung der u. S. im Kartell zu sprechen. ' Ich habe zu Beginn meiner Ausführungen die Theorie aufgestellt von der Führung in der Jüdischen Studentenschaft, die unbedingt dein B.J. C. verbleiben muß. Wir müssen uns darüber klar sein, daß die Konsolidierung des deutschen Waffenstudententums — man ist in Berlin geneigt, dieses sonst als eine überwundene mittelalterliche Erscheinung zu betrachten — ein Zeichen ist für die Lebensfähigkeit und Macht, die diese traditionell geheiligten Anschauungen heute noch haben. Es wäre töricht, zu glauben, daß die Waffenringe nur auf dem Gebiete der studentischen Satisfaktion etwas Neues schaffen wollen. Es ist wohl selbstverständlich, daß diese Verbände sich zugleich auch als den Kern und den geborenen Vertreter der Studentenschaft betrachten. Schon heute werden auch allgemein-studentische Fragen vor das Forum der Waffenringe gebracht, und so scheint mir kaum zweifelhaft, daß diese starken und in sich geschlossenen Verbände bald sowohl innerhalb der lose gefügten Studentenausschüsse, als auch manchmal im Gegensatz zu ihnen, die Führung an sich reißen werden. /Man erinnere sich nur, mit welch anmutiger Selbstverständlichkeit der Schwarze Ring in Berlin die Vorbereitung der studentischen Jahrhundertfeier in die Hand nahm! Werna der B. J. C. nicht den Konnex mit der deutschen Studentenschaft verlieren will, muß er mit allen Mitteln versuchen, m die Waffenverbände hineinzugelangen. Es darf nicht dahin kommen, daß in Berlin die Hasmonaea, in Breslau die Zephirah unsere Vertretung der deutschen Studentenschaft gegenüber übernimmt und daß dadurch die superiore Stellung, die der B. J. C. heute infolge seines Alters und seiner Größe hat, ohne weiteren Kampf dem K. Z. V. überlassen wird. Ich will damit gleich zur Keil arbeit überleiten. Denjenigen Bundesbrüdern, die eine Schädigung unserer Keilarbeit durch die Einführung der u. S. und eine schärfere Betonung