Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1913-12-16 · Heft 8 (16.12.1913) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (16.12.1913)
Date
1913-12-16
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537704-3537712--3086-3541193
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Jüdische Student unseres zionistischen Wirkens befürchten, kann vieles entgegengehalten werden. Wir sind uns wohl darüber klar, daß heute schon der B. J. C. bei den Keilfüxen und in den Kreisen, auf deren Gewinnung wir Wert legen, eine bestimmte Etikette trägt. Es hieße Vogel-Strauß-Politik treiben, wenn wir annehmen, daß uns heute noch jemand unsere Neutralität glaubt. Wir sind den Keilfüxen gegenüber die zionistische Korporation, die aus taktischen Rücksichten ihre Tendenz gern verschweigen möchte, die Korporation mit der u. S., die aus einer pietätvollen Ideologie heraus einen unwahren Zustand für bestehend vorgibt. So keilt der K. C, so keilt das K. Z V. gegen uns, das wohlwollend allen Keilfüxen gegenüber unsere Existenzberechtigung als „Zionisiermaschine" anerkennt. In orthodoxen Kreisen weiß man längst, was man von uns und unserer „entkonfessionalisierenden" Tendenz zu halten hat und aus der Frankfurter Neo-Onhodoxie gewinnen wir srit langem nur diejenigen, die sich mit dem V. J. St. als zionistischer Korporation mit u. S. abgefunden haben. Wozu also ein Versteckspiel? Es ist ferner zu erwägen, daß der B. J. C. heute schon stark genug ist, um durch sich selbst wirken zu könne n. (Ich will damit nicht sagen, daß wir unsere Keilarbeit beschränken sollen, wohl aber wäre eine Beschränkung in den Aufnahmen zu begrüßen.) Wenn z. B. unsere Berliner Vereine die Hasmonaea in studentischer und gesellschaftlicher Beziehung erreicht haben werden, dann v/ird eine imponderabile Höherschätzung des V. J. St. seitens der Berliner Keilfüxe erfolgen, und die Leute aus der Jung Juda z. B., die heute unbewußt nach der Hasmonaea tendieren, werden ebenso unbewußt sich zum V.J. St. als der älteren und einflußreicheren Korporation hingezogen fühlen."") Es ergeben sich daraus verschiedene Konsequenzen: Wir müssen alle V. J.St.-er dazu erziehen, unbedingt ehrlich zu keilen! Der B. J. C. ist eine national-jüdische Organisation. Wir zwingen unsere Leute dazu, sich mit jüdischen Problemen zu befassen. Auf Grund dieser Beschäftigung werden unsere Bundesbrüder in den allermeisten Fällen Zionismen. Dies hat zur Folge, daß der B. J. C. als Zusammenfassung dieser überwiegend zionistischen Kräfte auch als Ganzes zionistisch wirkt. *} M. E. haben die Berliner V. J. St.-en die Hasmonaea in studentischer und gesellschaftlicher Beziehung längst erreicht, wenn nicht überholt. Es ist nur ein weit verbreiteter, dem Selbstbewußtem der V. J. St.-er schädlicher Aberglauben, daß die Hasmonaea uns noch in irgend einer Beziehung überlegen wäre. Das wissen auch die Leute aus Jung-Juda (übrigens führt dieser Schülerverein mangels eines geeigneten Leiters jetzt leider nur roch ein Scheindasein), und es ist ebenfalls ein Irrtum von Pick, daß sie sich noch zum K. Z. V. hingezogen fühlen. ec

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.