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Der jüdische Student · 1913-12-16 · Heft 8 (16.12.1913) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
10 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (16.12.1913)
Date
1913-12-16
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Der Jüdische Student 2/7 Es scheint aber klar, daß in diesem Sinne der B. J. C mit seinem „nur" national-jüdischen Programm (vgl. die Organisationsformen der Jüdischen Studentenschaft in Oesterreich) berufen ist, die Führung der Jüdischen Studentenschaft zu übernehmen und die jüdisch-studentischen Interessen nach außen zu vertreten. Ich bin mir wohl bewußt, daß diese feine, etwas spitzfindige Unterscheidung, die ich zwischen uns und dem K. Z. V. konstruiert habe, nicht robust genug ist, um eine Wesensverschiedenheit zu begründen. Ich hatte nur die Absicht, eine kritische Programm- Untersuchung vorzunehmen, deren Ergebnis geeignet ist, uns zu sagen, daß unser Programm als das einer jüdisch-deutschen Studentenkorporation in den Verhältnissen mehr begründet ist als das des K. Z.V. Jeder V.J. St. - er muß das Bewußtsein haben, daß seine Korporation an seiner Universität dieVertreterin derJüdischenStudentenschaft ist und sein muß. Ebenso wie das K. Z. V. ganz bewußt in sich die Idee großgezogen hat, einen erlesenen Ausschnitt aus einer einheitlichen Gesellschaftsschicht darzustellen -— ohne Zweifel die Grundlage für die natürlichste Entwicklung der Bundesbrüdedichkeit —, ebenso muß jeder V.J. St.-er davon durchdrungen sein, daß der B. J. C. durch seine Tendenz und durch historisches Recht berufen ist, die Jüdische Studentenschaft zu führen. Er muß stets dessen eingedenk sein, daß die Jüdische Studentenschaff des Auslandes wie auch die ausländischen Studenten an den deutschen Hochschulen mit einem fast beschämenden Vertrauen den B.J.C. als den Retter aus der Not ansehen. Diese Theorie von unserer Suprematie muß jedem eine Selbstverständlichkeit sein und stets auch in ihren Konsequenzen durchgeführt werden. Ich fasse also zusammen: als studentische Organisation ist der B.J.C. niemals gezwungen, einer innerjüdischen Anschauung Ausdruck zu geben. Ein Reagieren auf irgendwelche Angriffe, eine positve Arbeit für die Jüdische Studentenschaft erfordern als einzige Tendenz das Bekennen zu einem national-jüdischen Programm. Nun ist der B.J.C. darüber hinaus eine * mächtige jüdische Akademikerorganisation, und es ist gesondert davon zu betrachten, wie er nach dieser Richtung hin seine Aufgabp im jüdischen Leben der Zeit auffassen muß. Da scheint es mir nun ganz unzweifelhaft, daß der B.J.C. viel mehr noch als bisher unbedingt zionistisch auftreten muß. Ebenso wie das Präsidium im Kampfe des Zentralvereins gegen die zionistische Organisation ganz unzweideutig Stellung genommen hat, muß der B.J.C. auch weiterhin seinen Einfluß in diesem Sinne aufbieten und seine Stellung als wichtiger Faktor des Zionismus in Deutschland noch weiter verstärken. —

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