Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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276 an die des K. Z. V. erfolgt. Besonders Radikale sind für eine FusioFv.- andere für einen getrennten scharfen Wettbewerb, als dessen letztes Ziel und ideal schließlich doch eine vollständige Lahmkgung der Konkurrenz anzusehen ist. Demgegenüber glaube ich, daß es heute noch genügt, einmal eine klare Bestimirang und Abgrenzung unseres Programms vorzunehmen und aach Mitteln auszuschauen, die eine Stärkung unserer Positkn gegenüber den wachsenden Erfolgen der K. Z. V. herbeizuführen geeignet sind. Es scheint mir angebracht, mit einer apodiktischen Behauptung zu beginnen: Das K. Z.V. als studentisch-zionistische Korporation hat keine logische Existenzberichtigung. Für die Vertretung der jüdischen Studentenschaft der Universität und der Oeffentlichkeit gegenüber muß allerdings eine n a tao nal-jüdische Korporation bestehen. Eine Korporation deshalb, weil sie eine wirksame Zusammenfassung von Einzelkräften darstellt und weil die studentische Verfassung fast nur die Gliederung in Korporationen anerkennt — Beweis: die Stellung der Freistndentenschaft bei den Ausschußwalilsi, studentischen Festen etc. - eine national-jüdische deshäS, weil die Assimilanten-Korporationen (K. C.) die Sonderexisteiz und die Sonderinteressen einer jüdischen Studentenschaft nicht anerkennen. Es gibt Fragen, die eine Zusammenfassung der jüdischen Studeiten erfordern, die sie zwingen, jüdisch zu reagieren, die eine Mtiafive von Seiten eines einflußreichen Verbandes notwendig" machen (vgl. die Ausländerfrage, Wahlen in den Ausschuß Zurücksetzung von Juden, demonstratives Auftreten und — in später Ferne — Durchsetzen der Anerkennung einer jüdisdien Nationalität). Eine gesonderte Vertretung derzionistischen Studentenschaft ist vollkommen unnötig. Der Zionist soll in die Ortsgruppe eintreten und in der Gesamtorganisation arbeiten, eben*© wie der orthodoxe Student, der sich nicht der V. J. A. anzuschließen braucht, sondern der Agudah beitritt, um orthodox organisiert zu sein. Aber ebenso wie trotzdem dann für den Orthodoxen die Verpflichtung weiter besteht, in dem Kampf der jüdisdien Minorität an den Universitäten Stellung zu nehmen, indem er in eine national-jüdische Korporation geht, ebenso muß auch der organisierte Zionist, als deutsch-jüdischer Student, sich äußerem einer nationalen Studentenorganisation anschließen. Irgenü eine Veranlassung, die einen Studenten — in dieser seiner Eigenschaft — veranlassen könnte, zionistisch oder antizionisisch Stellung zu nehmen, kann nicht konstruiert werden. Deshxib besteht auch, nicht die logische Notwendigkeit, daß ein Zionist, der bereits Mitglied der Organisation ist, sich als Mitglied einer bestimmten sozialen Kaste noch einmal organisiert.