Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 10 (1913-1914)
- Issue
- Heft 8 (16.12.1913)
- Date
- 1913-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Der Jüdische Student 265 die betreffenden Herren aus Mitteilungen der Angehörigen Ihres Verbandes, sowohl der Jungeren, wie auch der Aelteren und auch der Ehren-Alten Herren, ihre Kenntnis schöpfen. Wenn Herr Dr. Herlitz mich so verstanden hat, daß ich den „J. St" regelmäßig lese, so ist ihm ein Irrtum unterlaufen. Richtig ist aber, daß ich im wesentlichen namentlich über die gegen den K. C. gerichteten Schritte auf dem oben erwähnten Wege unterrichtet werde. Ich habe nicht die geringste Veranlassung, mich bei dieser Sachlage irgendwie unbehaglich zu fühlen, wie Sie in Ihrem geschätzten Schreiben annehmen zu müssen glauben. Denn meine Hände sind rein. Die Diskretion und Ordnung unter den Mitgliedern Ihres Verbandes zu wahren, kann nicht meine Aufgabe sein So unerfreulich es für eine Partei sein mag, daß intime Mitteilungen aus ihrem Kreise den Weg in die Oeffentlichkeit finden, so ist — in vielen Fällen — mit der Uebersendung des betreffenden Materials auf der andern Seite eine gewisse Vertrauensempfindung für den Adressaten verknüpft, die Schonung erheischt. F.ine Verletzung in dieser Beziehung würde in der ganzen Weit als eine Art Vcrtrauei^bruch angesehen werden. Ich würde also auch in Zukunft wenn die Verhältnisse anders lägen als wie sie augenblicklich sind zu meinem Bedauern nicht in der Lage sein, Ihnen oder irgend einer andern Stelle in diesem Punkte nähere Aufklärungen zu geben. Ich begrüße Sie mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Holländer. Es liegt für uns keine Veranlassung vor, an der Wahrheit der von Herrn Dr. Holländer mitgeteilten Tatsachen zu zweifeln, und wir stehen also vor der Tatsache, daß V. J. St.-er selber fortgesetzt intimste B. J. C.-Gelieimiiisse unter Bruch ihres Ehrenworts verraten. Wenn dies wirklich der einzige Weg ist, auf dem die K.-C.-er vom Inhalt des J. St. erfahren, so erscheint ihr Verhalten in etwas milderem Lichte. Denn sie benutzen dann nur die Waffen, die unsere eigenen Leute ihnen in die Hand geben. Immerhin bleibt es unanständig genug, daß Herr Holländer sich geweigert hat, die in seinem Besitz befindlichen V. J.St.-en herauszugeben, und es wäre geradezu eine Gemeinheit, wenn die K. C.-er — wie es den Anschein hat — dem K. Z.V. Abschrift von dem das K. Z.V. betreffenden Inhalt der Hefte geben. Die ehrenwörtliche Umfrage bei sämtlichen V. J. Sl.-ern ist ergebnislos verlaufen. Die wenigen, die nicht geantwortet haben, haben dies offenbar nicht deshalb getan, weil sie das verlangte Ehrenwort nicht abgeben konnten, sondern zum überwiegenden Teil weil sie dem V.J. St. interesselos gegenüberstehen und von